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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2017 | 09:01 Uhr

Trappenkamp : Sprachschüler aus aller Welt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In Trappenkamp erhalten Flüchtlinge Deutschunterricht an der Volkshochschule. Der Kreis stellt dafür Mittel zur Verfügung.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Trappenkamp | Seit zwei Wochen hat die Volkshochschule (VHS) Trappenkamp/Bornhöved neue Schülerinnen und Schüler aus aller Herren Länder. 29 Flüchtlinge – unter anderem aus Syrien, Aserbaidschan und dem Kosovo – erhalten hier in den kommenden Wochen ihren ersten Deutschunterricht.

Möglich wurde das Projekt „Bei Ankunft Sprache“ durch Haushaltsmittel des Kreises Segeberg. Der Kreis stellte bisher als einzige Verwaltung in Schleswig-Holstein den 13 Volkshochschulen 60  000 Euro für diese Sprachkurse aus dem eigenen Budget zur Verfügung.

Mit Kosten von rund 3000 Euro für einen zehnwöchigen Kursus mit 100 Unterrichtseinheiten können nun also 20 Kurse kreisweit finanziert werden.

Unter der Leitung von Alexander Lenski, der als ausgebildeter Gymnasiallehrer bereits seit mehr als 20 Jahren fremdsprachliche Schüler unterrichtet, geht es jedoch nicht nur um Wörter und Grammatik. „Der Unterricht muss alltagstauglich sein. Deshalb verbinde ich immer die Sprachschulung mit Situationen aus dem täglichen Leben“, erklärt der 57-jährige selbstständige Pädagoge. Antworten auf Fragen wie: „Was kaufe ich auf dem Markt?“, „Wie finde ich die nächste Bushaltestelle?“ oder „Was bekomme ich in einer Apotheke?“ werden so gleich aktiv in das Erlernen der Sprache integriert.

Mit am aufwendigsten ist laut Lenski die sogenannte Alphabetisierung der Fremdsprachler, deren Muttersprache ja oft nicht in lateinischen Buchstaben geschrieben werde. Rund 100 Stunden müsse man in der Regel dafür rechnen. Weitere 800 Einheiten wären danach noch einmal für die Sprache selbst zu veranschlagen, erklärt der Fachmann „Dennoch unterrichte ich ausschließlich auf Deutsch, denn so vermittelt sich die Sprachmelodie am besten. Das geht mit Bildern und Gesten. Und zur Not mache ich auch einen Handstand vor der Klasse“, erzählt Lenski. Seine Schüler, meist zwischen 20 und 50 Jahre alt, sind jedenfalls mit Feuereifer dabei.

„Der Wermutstropfen bei diesem Projekt ist, dass ein Kursus natürlich nicht ausreicht. Weitere Gelder wären notwendig, um diese wichtige Integrationshilfe aufrechtzuerhalten“, sagte VHS-Leiter Klaus Hansen. „Wir hoffen jetzt auf eine positive Entscheidung aus dem Landtag. Wir leisten hier vor Ort mit Helfern und Sprachpaten schon vieles. Doch irgendwann sind unsere ehrenamtlichen Kapazitäten einfach erschöpft“, ergänzte dazu auch Bürgermeister Harald Krille (SPD).

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