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17. August 2017 | 08:15 Uhr

Sportvereine fordern mehr Geld

vom

50 Besucher diskutierten auf Einladung des SPD-Kreisverbands bei einer Podiumsdiskussion über die Entwicklung des Sports in der Stadt

Neumünster | Sport hat eine enorme Bedeutung für die soziale und gesundheitliche Entwicklung von Menschen und gehört deshalb in die Mitte der Gesellschaft. Darüber waren sich die Gäste und Referenten der Veranstaltung "Mitmachen und Mitentscheiden: Sport heute" sofort einig. Wie dieser Anspruch in Neumünster konkret umgesetzt werden kann, darüber gab es zum Teil hitzige Diskussionen. Knapp 50 Besucher waren der Einladung der SPD gefolgt und fanden sich am Dienstagabend im Jugendfreizeitheim Wittorf ein, um die Ideen und Vorstellungen der sieben geladenen Referenten kennen zu lernen.

Nach der offiziellen Begrüßung durch den SPD-Kreisvorsitzenden Fred Brocksema und einer Einführung in das Thema durch die SPD-Bundestagskandidatin Birgit Malecha-Nissen stand Innenminister Andreas Breitner als erster Redner am Pult. In seinem Vortrag betonte er die Bedeutung von Sport angesichts des gesellschaftlichen Wandels. "In Deutschland haben 15 Prozent der Menschen einen Migrationshintergrund. Hier kommt dem Sport eine besondere Bedeutung zu, da er soziale Barrieren durchlässig macht", sagte Breitner. Obwohl Neumünster mit 20 Prozent Vereinsmitgliedern gemessen an der Gesamtbevölkerung unter dem Landesdurchschnitt liege, sei es doch sehr erfreulich, dass sich überdurchschnittlich viele junge Neumünsteraner aktiv in den Sportvereinen engagierten, so der Minister. Hier sehe er auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ein Chance.

Diesen Ansatz griff die Vorsitzende des Kreissportverbandes, Ute Freund, gerne auf. Aus ihrer Sicht spielt der Breitensport in Neumünster eine große Rolle. "Man sieht das allein am stetigen Mitgliederzuwachs beim KSV." Ute Freund verwies aber auch auf die fehlende finanzielle Unterstützung durch die Kommune. "Sportvereine können nur durch die Arbeit vieler ehrenamtlicher Helfer überleben. Welche konkreten Vorschläge macht die Politik, um dieses große Engagement zu unterstützen?", lautete ihre Frage an die Vertreter der SPD. Als Kreissportverband habe man sich bereits auf den Weg gemacht und den Sportentwicklungsplan unterzeichnet. Unter anderem sollen hiernach Kooperationen zwischen den Vereinen sowie mit Kitas, Schulen und Altersheimen angeregt werden. Drei Neumünsteraner Vereinen ist eine solche Zusammenarbeit bereits gelungen. Unter dem Kürzel "SIN" (Sport im Süden) haben sich Blau-Weiß Wittorf, der TSV Gadeland und Gut Heil Neumünster zusammen getan, um Synergien besser nutzen zu können. Ihre drei Vorsitzenden, Ingo Sellmer, Lutz Törper und Norbert Freund, berichteten von der erfolgreichen Zusammenarbeit. Die Probleme seien damit aber nicht gelöst. "Fehlende finanzielle Mittel und Anerkennung des Ehrenamtes durch die Politik bleiben nach wie vor ein großer Knackpunkt", sagten die Drei.

In der folgenden Podiumsdiskussion unterstrichen die Gäste diese Problematik. Selbst, wenn es neue Wege gebe, kämpften viele Neumünsteraner Sportvereine ums Überleben. Um an Schulen und Kitas heran zu treten, brauche man schlichtweg Geld. Auch wenn klar sei, dass die Stadt konsolidieren müsse und der Sport seinen Beitrag dazu leisten müsse, dürfe in bestimmten Bereichen nicht kurzfristig gespart werden. Langfristig würde man viel verlieren, und die Folgekosten für Gesundheit und soziale Projekte würden enorm steigen, so der Tenor.

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erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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