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Boostedt : Sportler zeigen Interesse am Kasernengelände

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Ideenkreis zur Zukunft des Kasernengeländes leistet wichtige Vorarbeit. Die Zukunft des Areals soll nach der Kommunalwahl zur Chefsache werden.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 07:51 Uhr

Boostedt | . Was wird aus dem Kasernengelände? Auch wenn die endgültige Übergabe der Rantzau-Kaserne in Boostedt an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erst für 2016 vorgesehen ist - die Zeit für die Gemeinde drängt, um Einfluss auf die Nachnutzung des rund 125 Hektar großen Geländes zu nehmen. Für die Sportler könnte das Kasernengelände zum Beispiel interessant sein.

Die Bima hat die Aufgabe, das Areal für den Bund zu vermarkten. Auf die Gemeinde ist sie dabei, trotz Planungshoheit, grundsätzlich nicht angewiesen. Doch die Boostedter wollen, zumindest im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Entwicklungsprozess auf dem Gelände mitgestalten. Der dafür gebildete Ideenkreis, in dem sich rund 20 Gemeindevertreter und Bürger engagieren, traf sich zum dritten Mal, um sich auszutauschen und erste Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen zu diskutieren.

Reimer Ohlendorf, Vorsitzender des Sportvereins, stellte für den Arbeitskreis (AK) "Sport" dazu erste Anregungen in Bezug auf die Sporteinrichtungen in der Kaserne vor.

Demnach besteht in der Gemeinde der Bedarf an Hallenzeiten, die durch die Kaserne abgedeckt werden könnten. "Eine konkrete Bedarfsanalyse in den Schulen und Vereinen ist auf dem Weg", erklärte Ohlendorf.

Außerdem hat der AK Kontakte zum Kreissportverband Segeberg geknüpft, um auch den überregionalen Bedarf an Sportstätten miteinzubeziehen. "Wir sind damit auf großes Interesse gestoßen. Ein Ortstermin hat bereits stattgefunden. Außerdem haben wir die Nachbargemeinden informiert, um deren Engpässe abzufragen", berichtete er weiter.

"Mit den drei vorhandenen Sportplätzen sind wir gut ausgerüstet. Hier besteht eigentlich kein Bedarf", erläuterte Ohlendorf weiter. "Aber man muss sich mit den Anlagen, die vor der Tür liegen, beschäftigen. Vielleicht käme ja auch ein Tausch in Frage", regte er an. Als Empfehlung aus dem Ideenkreis hieß es dazu: Für die Sportanlagen sollte sich die Gemeinde auf jeden Fall das Erstzugriffsrecht sichern.

Mit der Umnutzung der Gebäude und Flächen (Konversion) als solches hatte sich der Arbeitskreis "Konversion" beschäftigt. Peter Hasenbein, Holger Reichardt und Rolf Brandt hatten in den vergangenen Monaten Kontakt zu vielen Gemeinden, Institutionen und Investoren aufgenommen, die ebenfalls von der Schließung einer Kaserne betroffen sind. Besucht hatten sie dazu unter anderem die Kaserne in Tarp, den Energiepark Eggebek, den Flugplatz Hungriger Wolf und das Gelände in Albersdorf. Sehr deutlich wurde in ihrem Bericht die Komplexität der vor der Gemeinde liegenden Aufgabe. "Ob nun Energiepark, Wohneinheiten, Naturschutz oder Gewerbe, die Investoren müssen zur Gemeinde passen, sonst geht das schief. Und auf die Bima sollten wir uns schon gar nicht verlassen, denn der sind die Gemeinden letztlich egal", so das eindeutige Resümee. "Wir raten davon ab, das komplette Gelände an einen einzigen Investor zu vergeben. Denn den weißen Ritter, der alles richtet, gibt es nicht", erklärte Peter Hasenbein und verwies auf ein gescheitertes Projekt für ein exklusives Hotel in Kellinghusen.

Aus dem AK empfohlen wurde auch die frühzeitige Abstimmung mit der Bima sowie den maßgeblichen Ämtern, der Landesplanung und der unteren Naturschutzbehörde, damit die Pläne nicht ins Leere laufen. Wichtig sei außerdem der Einsatz eines Konversionsmanagers, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. "Das ist ein Prozess, der Jahre dauert. Das macht man nicht nebenbei", hieß es in den Ausführungen.

Das nächste Treffen des Ideenkreises wurde für den 25. September festgelegt. Dann soll mit der neuen Gemeindevertretung anhand eines Zehn-Punkte-Planes das Vorgehen besprochen werden. Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass das Kasernengelände nach der Wahl zügig zur Chefsache erklärt werden müsse. "Die Zeit drängt!", so die einhellige Meinung.

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