Kreissportverband Neumünster : Sport will nicht zum Spielball der Politik werden

Die KSV-Vorsitzende Ute Freund (rechts) stimmte mit den Vertretern von zehn Sportvereinen das weitere Vorgehen ab.
Die KSV-Vorsitzende Ute Freund (rechts) stimmte mit den Vertretern von zehn Sportvereinen das weitere Vorgehen ab.

Neumünsters Vereine appellieren, die Richtlinien für die Sportförderung per Dringlichkeitsvorlage am 13. Februar im Rat zu behandeln.

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08. Februar 2018, 08:01 Uhr

Neumünster | Der Kreissportverband (KSV) hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die neu gefassten Sportförderrichtlinien von den Parteien als dringlich erachtet und in der Ratsversammlung am 13. Februar beraten und beschlossen werden.

Das machte die KSV-Vorsitzende Ute Freund am Dienstagabend bei einem Treffen deutlich, bei dem zehn Vereine, und sechs davon mit ihren Vorsitzenden, vertreten waren und mächtig Dampf abließen. Die Verärgerung darüber ist groß, dass Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras die Vorlage im Hauptausschuss zurückgezogen hatte. Begründet hatte das der OB mit der Situation beim in Schieflage geratenen Traditionsverein VfR.

„Wir, der organisierte Sport, die Sportfamilie, sind nicht nur enttäuscht, sondern wütend“, sagte Ute Freund. Die zweijährige Mitarbeit der Sportvereine an der Formulierung der Förderrichtlinien werde mit Füßen getreten.

Dass eine mögliche Insolvenz des VfR die Sportlandschaft völlig durcheinander wirbeln würde und für eine ganz neu Lage sorge, ist für den KSV kein Argument. „Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Es geht um die Grundsätze der Sportförderung, nicht um den Sportfördervertrag, auch nicht um das Sportstättenkonzept. Das wird jetzt alles in einen Topf geworfen“, beklagte Ute Freund. Die Fördergrundsätze seien aber die Voraussetzung für die konkreten Fördergelder. „Wenn wir vielleicht erst Ende September über die finanzielle Ausstattung der Vereine reden, wird es eng“, so Ute Freund.

Sie äußerte die „große Befürchtung, dass wir im Kommunalwahlkampf zum Spielball der Politik werden, zerrieben werden zwischen den Fraktionen, denen es nicht mehr um die Sache geht, sondern ihre eigene Parteipolitik“. Das Papier könne eigentlich nicht strittig sein, da Politik, Verwaltung und Sport hier einig seien, sagte der Vorsitzende des SC Gut Heil, Norbert Freund. Dass man jetzt dem VfR den schwarzen Peter zuschiebe, sei nicht zu erklären.

Auch der VfR hatte im KSV-Beirat den neuen Richtlinien zugestimmt. Die 3. Vorsitzende des VfR, Gerda Hirsch, äußerte sich ganz offen. „Nein, wir haben keinen Antrag auf Unterstützung gestellt.“ Die Leichen seien jetzt aus dem Keller, in dieser Woche werde geklärt, ob der VfR einen Insolvenzantrag stelle. Hirsch: „Ich finde es schrecklich, dass wir jetzt wieder die Bösen und Dummen sein sollen.“

„Wir drücken euch als Nachbar die Daumen“, sagte Rüdiger Schwarz vom Polizei-SV. Rüdiger Schmitt (TS Einfeld) sieht das Ehrenamt mit Füßen getreten. „Wir sind keine Bittsteller, nehmen der Stadt viel Verantwortung ab“, sagte Jörg Hiller vom Ersten Kanu-Klub.

Überall im Land würden die Sportfördermittel erhöht, in Neumünster werde dagegen die Richtlinie vertagt, sagte Ute Freund und kündigte an: „Sollte es keine Dringlichkeit geben, werden wir im Wahlkampf aktiv werden. Dann muss die Politik Farbe bekennen.“ Der KSV werde die Politiker einladen und an Wahlprüfsteinen messen. Ute Freund: „Der Sport ist mit 50 Vereinen und 17 000 Sportlern die größte Organisation.“

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