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Holsteinischer Courier

18. August 2017 | 01:51 Uhr

Wissensimpulse : Spontaner Hase kam gut an

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Improvisations-Experte Ralf Schmitt sprach in der Stadthalle in der Reihe Wissensimpulse und nahm sein Publikum mit

Neumünster | Die Vortragsreihe des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) „Wissen durch Vorsprung“ ging am Dienstagabend mit dem Improvisations-Experten Ralf Schmitt in die zweite Runde. 260 Interessierte hatten sich in der Stadthalle eingefunden, um sich von dem Spezialisten in punkto Spontanität und Improvisation inspirieren zu lassen.

Zunächst stapfte Schmitt überraschenderweise in einem kuscheligen Hasenkostüm auf die Bühne. Schnell wurde klar, was es damit auf sich hatte: Um das ängstliche „Kaninchen-Gefühl“ und andere gedankliche Bremsklötze drehte sich sein unterhaltsamer Vortrag, bei dem das Publikum mit ebenso einfachen wie wirkungsvollen Übungen immer wieder mit einbezogen wurde.

„Wir wollen spontan sein, aber gleichzeitig die absolute Sicherheit“, schickte Schmitt seinen Erläuterungen voraus. Letztlich sei es also die Furcht, die das Spontane so schwer scheinen lasse. Doch so mächtig das „Kaninchen-Gefühl“ auch ist – glaubt man Schmitt, lässt es sich mit Aufmerksamkeit und Training so einfach abstreifen wie das Kostüm, das der Hamburger nach ein paar Minuten zur Seite legte.

Nur drei Mal sei der Durchschnittsdeutsche in seinem Leben spontan – zumindest statistisch gesehen. „Nämlich immer dann, wenn er verliebt ist“, erklärte Schmitt. Eine weitere spontane Phase komme oft noch im Alter, denn dann sei es eh schon egal. Verliebte befolgten automatisch eine der Grundregeln der Spontanität: Sag Ja. „Denn mit einem Ja geht es weiter. Mit innerlichem Nein hört alles sofort auf“, fasste er zusammen und gab seinen Zuhörern auch gleich eine „Übung to go“ mit auf den Weg: „Sagen sie zu einer Situation Ja statt Nein, wann immer sie wollen. Aber ziehen Sie das Ja dann auch konsequent durch“, lautete sein Rat.

Wer Ja sage, müsse allerdings auch Mut haben – nämlich den Mut zu scheitern. „Gerade in Deutschland ist das aber oft ein großes Problem“, so Schmitt. Dabei liege im Scheitern ein großes Potenzial. „Denn Fehler machen uns menschlich. Und entweder gewinne ich, oder ich lerne“, erklärte Schmitt, der bei seinem Publikum gut ankam.

Unter anderem stiftete Schmitt die Besucher an, sich gegenseitig wertschätzend auf die Schulter zu klopfen oder gemeinsam Geschichten zu erfinden. Er entwickelte mit einer Besucherin ein schräges Interview zum Thema AFD und erzählte anhand von spontan aus dem Hut gezogenen Sätzen eine herrlich skurrile Geschichte zum Tagesablauf eines Landwirts. Denn, so Ralf Schmitt, die dritte Spielregel der Spontanität sei nun einmal: „Sie kommt aus dem Kopf, aber vor allen Dingen aus dem Bauch.“

Die Reihe der Vorträge „Vorsprung durch Wissen“ wird am 31. Mai mit der Stimmtrainerin Dr. Monika Hein fortgesetzt. Unter dem Titel „Stimme & Sprechweise“ wird es dann um die Wirkungen und Auswirkungen des bewussten Sprechens gehen.

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erstellt am 21.Apr.2016 | 15:00 Uhr

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