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Thomas Kreimeyer : Spontane Dialoge führten zu Lachsalven

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Keiner der gut 120 Besucher war im Statt-Theater vor Thomas Kreimeyers spitzen Fragen sicher.

Neumünster | Kaum war Thomas Kreimeyer auf der Bühne und hatte seine Eieruhr gestellt, weil er ja „nach Zeit arbeitet“, da war er schon mit den Gästen im Gespräch. Und diese Konversation hielt den ganzen Abend an. Keiner der gut 120 Besucher war am Freitag im Statt-Theater am Haart vor seinen spitzen Fragen sicher.

Kreimeyer pflegt eine andere Art von Kabarett als die meisten seiner Kollegen. Seine gesamte Bühnenpräsenz ist ein spontaner Dialog mit den Zuschauern. Dabei fing es, wie immer bei ihm, ganz harmlos an: Wo kommen Sie denn her? Was haben Sie gelernt? Aus den Antworten seiner Zielpersonen, aus einzelnen Stichworten, die sie lieferten, schnitzte er ein Zwiegespräch, bei dem er seine Stichwortgeber oft ganz schön in die Enge trieb und sie mitunter sogar mit fiesen Kommentaren belegte.

Insgesamt zauberte er aus den Gesprächen herrliche Pointen, die den ganzen Saal zu Lachsalven hinrissen. So fragte er beispielsweise eine Zuschauerin: „Sie sind aus Neumünster?“ „Ja, die meiste Zeit schon“, antwortet diese. „Wenn Sie mit dieser schwammigen Antwort in eine Verkehrskontrolle kommen, sind Sie dran“, so Kreimeyer lakonisch.

Über das berufliche seiner Gäste kam er dann zu Rollmöpsen in Eiswaffeln, zu Haargel und „entwickeltem Buddhismus“ beim Eiskaufen. Bei zwei Gästen, die in Groß- beziehungsweise Kleinkummerfeld wohnten, musste er allerdings eine Sekunde länger nachdenken, um sich mit „Kummerresidenz“ herauszureden. Ein anderer durfte sich anhören: „Bei Ihnen wünschte man sich, sie hätten etwas mehr Waldorfschule gehabt.“ Oder: „Ich dachte mir schon, dass Sie schwierig sind.“ Der studierte Medizin-Soziologe Kreimeyer lebte auf der Bühne vom spontanen Dialog und war blitzschnell in der Lage, auch aus noch so nebensächlichen Sachverhalten herrliche Pointen zu offerieren. Heraus kam ein Lacher nach dem anderen. Mit kräftigem Beifall verabschiedeten die Gäste den Kabarettisten.

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