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Weltkindertag : Spiel und Spaß mit Bagger und Rutsche

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

40 Einrichtungen beteiligten sich am Weltkindertag in Rencks Park. Mehr als 400 Flüchtlinge wurden mit Bussen aus Boostedt abgeholt.

shz.de von
erstellt am 21.Sep.2015 | 05:00 Uhr

Neumünster | Während Flüchtlinge anderswo von der Polizei geschützt werden müssen, zeigte Neumünster am Wochenende, dass es auch ganz anders geht. Mehr als 400 Flüchtlinge – allesamt Familien mit Kindern – hatten Jugendverband und Stadtwerke mit zwei Gelenkbussen aus der Boostedter Kaserne abgeholt, damit sie unter dem Motto „Kinder willkommen“ beim Weltkindertag in Rencks Park wie alle anderen Neumünsteraner Familien einen schönen Tag erleben konnten. Der geplante Menschen-Zug von der Landesunterkunft am Haart in die Innenstadt viel allerdings kurzfristig aus. Grund: Viele Schutzsuchende mit Kindern waren von dort kurzfristig an andere Erstaufnahme-Einrichtungen oder in die Kreise verlegt worden.

Etwa 40 Verbände, Organisationen und Firmen beteiligten sich an dem Tag, der Kinder in den Fokus gerückt hat. Eine riesige Hüpfburg stand inmitten des Parks. An zahlreichen Ständen konnte gebastelt, gemalt, geturnt und vieles mehr gemacht werden. „Wir sind so glücklich hier. Die Deutschen sind zuvorkommend und sehr freundlich zu uns“, erzählte das Paar Nouri Zanklov (30) und Mohamed Abas (32). Die beiden waren mit ihrem Sohn Abbas Mohamad (2) aus Syrien nach Deutschland gekommen. Zwei Wochen dauerte ihre Flucht, bis sie Deutschland erreichten. Auch die Boostedter Kaserne wird vorerst nur ein Zwischenstopp für die junge Familie sein. Beim Weltkindertag konnten sie nach langer Zeit mal wieder einen unbeschwerten Tag verbringen.

Auch Katharina Götz war mit ihrer Tochter Marisol (6) zum Weltkindertag gekommen. Ihre Tochter hatte Platz genommen im kleinen Bagger von Sascha Danewitz von der Firma Krebs & Suhr. Mit ihm gemeinsam durfte das Mädchen einmal mit der Maschine Sand Schaufeln. Ein Riesenvergnügen für die Kleine. „Für Kinder ist das ein toller Tag. Meine Tochter mag besonders die Hüpfburg“, erzählte die Neumünsteranerin. „Dass den Flüchtlingen ermöglicht wird, hieran teilzunehmen, finde ich gut. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass mehr Dolmetscher mitgekommen wären, weil es zum Teil sehr schwer war, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, um ihnen auch mal zu erklären, sich hinten anzustellen“, merkte Katharina Götz nüchtern an.

Gegen 17 Uhr wurden die Besucher wieder zu den Bussen gebracht. „Die Dankbarkeit, die uns hier entgegengebracht wurde, rührt mich wirklich zu Tränen“, sagte Dietrich Mohr vom Jugendverband. Angesichts Neumünsters Vergangenheit – unter anderem mit dem vielen Negativschlagzeilen um den „Club 88“ – sei er stolz auf seine Stadt. „So viel Solidarität hätte ich nie erwartet“, freute sich Mohr.



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