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Holsteinischer Courier

23. September 2017 | 11:28 Uhr

Spezielle Wildzäune schützen die Autobahn

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

von
erstellt am 17.Mai.2016 | 10:49 Uhr

Es ist erste wenige Tage her: In der Nacht zum vorletzten Sonntag überschlug sich ein Auto auf der Autobahn 7 zwischen den Anschlussstellen Bordesholm und Neumünster-Nord, als der Fahrer einem Reh ausweichen wollte. Drei Menschen wurden verletzt. Der Unfall ist typisch für die Jahreszeit. Denn Rehe sind auch im Bereich rund um Neumünster an der Autobahn zurzeit keine Seltenheit. Immer wieder entdecken Autofahrer die Tiere neben der Trasse. Doch zum Glück gelangen die Rehe meist nicht auf die Fahrbahn. Grund dafür sind spezielle Wildzäune, die die Autobahn 7 auch zwischen Großenaspe und dem Bordesholmer Dreieck weitgehend abschirmen.

Allerdings funktioniert dieses Sicherheitskonzept nicht durchgehend. „Im Bereich der Autobahnauffahrten kann natürlich kein Zaun gezogen werden“, erklärt Mathias Piethe, Revierführungsbeamte des Autobahnreviers das Problem. Und auch die aktuellen Bauarbeiten sorgen zurzeit dafür, dass hier und da mal ein Stück Wildzaun vorübergehend fehlt. Deshalb ist es laut Piethe nicht verwunderlich, wenn immer mal wieder einzelne Rehe der Fahrbahn gefährlich nahe kommen. Doch eine große Treibjagd wie an der Autobahn 20 bei Rostock sei im Bereich Neumünster zurzeit keinesfalls erforderlich.

„In dem Moment, wo Tiere unmittelbar in Fahrbahnnähe sind, sollten die Autofahrer unbedingt den Fuß vom Gas nehmen und den Notruf wählen“, sagt der Beamte. So werden andere Verkehrsteilnehmer schnell gewarnt und die Polizei kann sich rasch auf den Weg zur Gefahrenstelle machen. „Wenn wir ein Reh vor Ort entdecken, versuchen wir, es von der Autobahn weg zu scheuchen“, so Piehte. Aber oft sind die Tiere, die sich immer nur kurz an einer Stelle aufhalten, schon verschwunden.

Jetzt im Frühjahr, wo wieder viele Rehe unterwegs sind, rät der Beamte der Autobahnpolizei zur Vorsicht. Wer ein Tier vor dem Wagen hat, sollte bremsen und es lieber anfahren als bei hoher Geschwindigkeit ein Ausweichmanöver zu wagen. „Man fängt das Fahrzeug in der Regel nicht wieder ein. Meist passiert dann Schlimmeres“, weiß der Polizist. Hat es einen Wildunfall gegeben, kommt auf der Autobahn die Polizei und stellt auch die Wildunfallbescheinigung aus. Die Jäger sind aus Sicherheistgründen nicht für Autobahnen zuständig.

Obwohl zurzeit insbesondere einjährige Böcke vermehrt unterwegs sind (siehe auch Bericht oben), ist laut Mathias Piethe die Zahl der Unfälle mit Rehen im Bereich Neumünster auf der Autobahn nicht angestiegen. Offenbar scheinen die Wildschutzzäune zu funktionieren. „Und auf jeden Fall sind auch die Autofahrer in Bezug auf dieses Thema sensibler geworden“, lobt der Polizeibeamte.

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