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Zeitung in der Schule : Spezialisten auf vier Pfoten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schüler der Elly-Heuss-Knapp-Schule besuchten im Projekt „Zeitung in der Schule“ (Zisch) die Polizeihundestaffel.

Neumünster | „Wenn ich einen Schritt nach vorne mache, macht er zwei – und dann geht’s los“, sagt Reno Fischer, der Staffelleiter der Polizeihundestaffel Neumünster. Zurzeit gibt es hier acht einsatzfähige Polizeihunde. Schüler der Klasse BFGE 15a der Elly-Heuss-Knapp-Schule lernten während des Projektes „Zeitung in der Schule“ (Zisch) jetzt die beiden Deutschen Schäferhunde Nora (6) und Nico (5) auf dem Gelände der Feuerwehr kennen und berichteten über die Tiere und ihre Aufgaben.

Nico und Nora sind Schutzhunde, die auf Bargeldsuche, spontane Menschensuche und Rauschgiftsuche spezialisiert sind. Reno Fischer sagt außerdem: „Die Hauptaufgabe von Polizeihunden ist es, den Polizisten zu schützen.“ Es ist auch schon vorgekommen, dass ein Polizeihund einen Täter beißt, weil der bei der Abklärung zu einer Ruhestörung plötzlich den Hundeführer angreift. „Es mag sich keiner vom Hund beißen lassen“, erklärt Gesa Jöhnk, Fischers Stellvertreterin, die hohe präventive Wirkung der Hunde. „Wir haben schon mal bei einem Fußballspiel mit zehn Hunden 200 Fans zurückgehalten.“

Nico hat uns dann gezeigt, wie das geht. Er greift zum Training Reno Fischer an, als dieser einen flüchtenden Einbrecher mimt und in den Keller rennt. Gesa Jöhnk läuft mit Nico hinterher und hat einen normalen Einsatzablauf nachgestellt, indem sie den Täter (Reno Fischer) auch vor dem Hund warnt. Der Mann kommt aber nicht raus, und so schickt Gesa Jöhnk Nico rein, um den Täter zu finden. Nico stellt ihn bellend, und weil Reno Fischer die Hundeführerin angreift, geht Nico auf ihn los. Er beißt ihm in den Arm, der zum Glück von einem Armpolster geschützt ist. Die Gemüter beruhigten sich, als Nico mit dem Armpolster spielt. Eine Mitschülerin sagt: „Mir ist fast das Herz in die Hose gerutscht.“ Wir sind alle froh, dass da ein Gitter zwischen dem Hund und uns gewesen ist.

Polizeihunde haben übrigens dieselben Dienstzeiten wie ihre Hundeführer. Wenn der Dienst 24 Stunden geht, muss auch der Hund 24 Stunden arbeiten, aber nur bis zum Alter von ungefähr zehn Jahren, wenn gesundheitlich alles gut läuft.

Es kommt leider auch mal vor, dass im Einsatz ein Polizeihund ums Leben kommt, sagt Gesa Jöhnk. Das ist ein Nachteil am Polizeidienst mit Hund. Aber es gilt: „Lieber der Hund, als der Kollege.“

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erstellt am 15.Jun.2016 | 07:30 Uhr

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