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Tourismusmarketing : SPD will das Thema im Rat vertagen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Sozialdemokraten wollen noch keine Entscheidung, ob das Marketing auf einen Privatanbieter übertragen wird / Scharfe Kritik der FDP an Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2014 | 09:00 Uhr

Die kritischen Äußerungen von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras zur Ausschreibung des Tourismusmarketings der Stadt an einen privaten Anbieter (der Courier berichtete) haben in der Kommunalpolitik gestern ein geteiltes Echo ausgelöst. Tauras hatte erklärt, eine Qualität wie bisher unter städtischer Obhut könne ein externes Unternehmen mit dem vorhandenen Budget von 200 000 Euro nicht leisten.

SPD und BfB/Piraten unterstützen im Grundsatz diese Haltung, CDU und FDP pochen jedoch auf eine zügige Ausschreibung. Die Grünen sind sich noch nicht einig und wollen sich vor der Ratsversammlung am 18. Februar positionieren. Dort will die SPD erneut den Antrag stellen, das Thema zu vertagen.

Besonders klare Worte zur Haltung des Verwaltungschefs fand gestern die FDP. „Wir erwarten, dass der Oberbürgermeister Beschlüsse der Ratsversammlung aktiv umsetzt und nicht mit Argumenten, die keine Mehrheit gefunden hatten, erneut in Zweifel zieht“, erklärten FDP-Fraktionschef Stefan Kommoß und der Kreisvorsitzende Dr. Wolfgang Stein. Der OB lasse geltendes Kommunalrecht außer Acht und ignoriere sachlich-inhaltliche Gründe, die für eine Ausschreibung sprechen. „Dutzende Tourismusorte haben sich für ein externes Tourismusmarketing entschieden und fahren gut damit. Bestes Beispiel ist Malente“, sagte der FDP-Kreisvorsitzende Reinhard Ruge.

Gerade der Vergleich mit anderen Orten zeige, dass es in Neumünster dringenden Handlungsbedarf bei dem Thema gibt, schlug die CDU-Fraktionsvorsitzende Babett Schwede-Oldehus in die gleiche Kerbe. „Der Hotel- und Gaststättenführer, der jetzt vorgestellt wurde, hätte schon längst auf dem Markt sein müssen. Das dauert alles zu lange“, sagte sie. Private Anbieter könnten hier flexibler und schneller reagieren.

Dagegen warnte SPD-Fraktionschef Uwe Döring vor Übereifer. „Eine Vergabe des Tourismusmarketings zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht zielführend.“ Er sprach sich wie schon bei der letzten Debatte im November dafür aus, Citymanagement und Tourismusmarketing aus einer Hand zu bestreiten. Hierfür müsse gewartet werden, bis die Wirtschaftsagentur neu aufgestellt ist.

Für Jörn Seib, Fraktionsvorsitzender von BfB/Piraten, steht fest, „dass das Tourismusmarketing in städtischer Hand bleiben muss. Er kritisierte vor allem die Kosten für die Ausschreibung. Die Verwaltung schlägt in ihrem Antrag für die Ratsversammlung nämlich vor, für die fachliche und rechtliche Vorbereitung und Begleitung des Vergabeverfahrens ein externes Anwaltsbüro oder „eine vergleichbare Einrichtung mit einschlägigen Erfahrungen“ bei der Vergabe einzubinden. Die Kosten hierfür schätzt sie auf 20 000 Euro. „Das Geld ist woanders besser angelegt“, so Seib.

Bei den Grünen gibt es nach Aussage von Vorstandssprecher Michael Schaarschmidt derzeit noch unterschiedliche Meinungen. Im Rat in knapp zwei Wochen wolle die Fraktion aber möglichst einheitlich abstimmen.

Sollte der Rat dem Antrag der Verwaltung zustimmen, werden auch die Verträge mit den Hallenbetrieben zum Betrieb der Tourist-Informationen auf dem Großflecken und im Designer Outlet Center gekündigt. Ein privater Vermarkter wird dann aber verpflichtet, den Betrieb wieder aufzunehmen.

 

 

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