Laubentsorgung : SPD: Stadt soll Herbstblätter wieder kostenlos annehmen

Wer öffentliches Laub zusammenfegt, soll nicht auch noch durch eine Gebühr bestraft werden, meint die SPD.
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Wer öffentliches Laub zusammenfegt, soll nicht auch noch durch eine Gebühr bestraft werden, meint die SPD.

Ratsfraktion empfindet Einführung neuer Gebühren als "Abzocke". Stadtverwaltung verweist auf gestiegene Entsorgungskosten

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14. Oktober 2013, 07:45 Uhr

Die SPD-Ratsfraktion fordert die Stadt auf, die Gebühren zur Annahme von Herbstlaub wieder zurückzunehmen. Die Stadt müsse sofort zur Praxis der kostenlosen Annahme auf den städtischen Sammelstellen zurückkehren, verlangt SPD-Fraktionschef Uwe Döring.

Die neue Regelung torpediere den Gemeinsinn vieler Bürger, die sich bisher die Mühe gemacht hätten, auch das Laub auf dem öffentlichen Bürgersteig mit aufzunehmen, argumentiert Döring. „Die Menschen empfinden die neue Gebühr als Abzocke“, teilte Döring mit.

Bislang war die Abgabe von Herbstlaub beim Technischen Betriebszentrum (TBZ) der Stadt an der Niebüller Straße sowie auf den sechs Wertstoffsammelplätzen für Neumünsteraner kostenlos. Erstmals sollen die Bürger in diesem Herbst dafür zahlen. In der Zeit vom 14. bis 22. Oktober kostet die Anlieferung eines Kubikmeters Laub 3 Euro (der Courier berichtete).

Besonders erbost ist man in der SPD offenbar auch über die „klammheimliche“ Einführung der neuen Gebühr: „Erst erboste Anrufe von Bürgern haben uns auf die neue Praxis der Verwaltung aufmerksam gemacht“ sagte Ratsherr Bernd Delfs: „Ich bin aus allen Wolken gefallen, da weder die Ratsversammlung noch die zuständigen Ausschüsse darüber informiert wurden.“ Über die fehlende Information der Ratsmitglieder hat er sich inzwischen beim zuständigen Stadtrat Oliver Dörflinger beschwert.

Die Stadt begründet die Abschaffung der kostenlosen Laubannahme mit gestiegenen Kosten bei der Entsorgung. Gesetzliche Auflagen hätten die Verwertung des Laubs gegenüber dem Vorjahr deutlich verteuert, erklärt TBZ-Leiter Ingo Kühl. So sei es wegen des zunehmenden Befalls mit Miniermotten vorgeschrieben, das Laub genauso wie Bioabfall zu behandeln. Das bedeute eine fünftägige Intensivrotte bei mindestens 65 Grad. Die aber koste Geld, so Kühl.


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