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Oberbürgermeisterwahl 2015 : SPD nominiert eine OB-Kandidatin

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Elke Christina Roeder (47) tritt am 10. Mai 2015 bei der Oberbürgermeisterwahl gegen Amtsinhaber Dr. Olaf Tauras an.

Neumünster | Die Sozialdemokraten haben ein seit Juli gehütetes Geheimnis gelüftet und gestern ihre Kandidatin für das Oberbürgermeisteramt präsentiert: Elke Christina Roeder (47, SPD) tritt am 10. Mai 2015 gegen den von CDU, Grünen und FDP unterstützten Amtsinhaber Dr. Olaf Tauras (parteilos) und den AFD-Kandidaten Sven Schmidt an.

Neumünsters SPD-Kreisvorsitzende Kirsten Eickhoff-Weber stellte Elke Christina Roeder als „gestandene Frau“ vor, die als Sozialdemokratin „nah bei den Menschen“ ist und Verwaltungserfahrung mitbringt. Die Juristin und gelernte Bankkauffrau war nach beruflichen Stationen in der Wirtschaft von 2006 bis Ende Oktober 2014 Bürgermeisterin im niedersächsischen Bad Pyrmont. Ihre Wahl als – damals parteilose – Kandidatin der SPD im konservativen Bad Pyrmont sei eine Sensation gewesen, sagte Elke Christina Roeder, die erst 2011 während ihrer Amtszeit in die SPD eintrat.

Im Mai dieses Jahres unterlag sie bei der Bürgermeisterwahl in Bad Pyrmont gegen einen von der CDU ins Rennen geschickten parteilosen Kandidaten. Elke Christina Roeder ist also frei. SPD-Landeschef Ralf Stegner persönlich fragte an, ob sie OB-Kandidatin in Neumünster werden wolle. Nach einer Bedenkzeit sagte sie Ende Juli zu.

Fraktionschef Uwe Döring ist stolz, dass davon bisher nichts an die Öffentlichkeit drang. „Das war eine klare Vorgabe von mir. Ich will erst eine Aufgabe zu Ende bringen, bevor ich eine neue angehe“, sagte Elke Christina Roeder. SPD-Kreisvorstand und Ratsfraktion hatten sich am Donnerstagabend mit „überzeugendem Ergebnis“ für Elke Christina Roeder entschieden, sagte Kirsten Eickhoff-Weber. Offiziell auf den Kandidatenschild gehoben werden soll Roeder auf dem SPD-Kreisparteitag am Mittwoch, 19. November, ab 19 Uhr im Holstenhallenrestaurant. „2015 geht dann der Wahlkampf los“, sagte Uwe Döring.

„Bad Pyrmont als klassischer Kurort mit knapp 20 000 Einwohner ist von der Struktur völlig anders als Neumünster“, weiß Elke Christina Roeder um die „spannende Aufgabe“. Sie ist überzeugt, dass man Erfahrungen aus der Wirtschaft auf die Verwaltung übertragen und hier als Dienstleister punkten kann. „In Bad Pyrmont waren wir eine der besten Verwaltungen in Niedersachsen“, sagte sie und bezeichnete sich als „Fan der Bürgerbeteiligung“.

Erste Einblicke in Neumünster habe sie sich schon verschaffen können und dabei gestaunt, wie grün die Stadt ist. Neumünster habe Potenzial. Die Böcklersiedlung sei ein „tolles Beispiel für Stadtentwicklung“. Sie wohnt zurzeit „in einem netten kleinen Quartier als Untermieterin“, will sich aber eine eigene Wohnung suchen. Ihr Mann kommt nicht mit. „Aber das war er auch nicht in Bad Pyrmont oder in meiner Londoner Zeit“, sagte Elke Christina Roeder.

Kommentar: Der Wahlkampf ist längst eröffnet

SPD-Fraktionschef Uwe Döring will den OB-Wahlkampf erst 2015 eröffnen, aber das ist er im Grunde schon, seitdem sich CDU, Grüne und FDP zum Bündnis für eine Wiederwahl von Dr. Olaf Tauras formiert haben. Die SPD hat in den vergangenen Wochen und Monaten immer mal wieder gegen den Amtsinhaber geschossen. Jetzt ist auch die (schon längst ausgesuchte) Kandidatin der SPD endlich benannt – und der Wahlkampf bekommt seine Gesichter. Dass die SPD eine Frau als Herausforderin kürt, war fast zu erwarten und ist ein kluger Schachzug.  Elke Christina Roeder kann mit Verwaltungserfahrung punkten und kommt ähnlich wie Tauras aus der Wirtschaft.  Sie kommt allerdings auch als Verliererin einer Bürgermeisterwahl. Ihr größtes Manko ist, dass sie in Neumünster völlig unbekannt ist. Ihr und der SPD bleiben nur wenige Monate, um das zu ändern und sich zu profilieren. Das wird mehr als schwer gegen einen OB, der durch seine Amtsführung wenig Angriffsfläche bietet.

 

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erstellt am 08.Nov.2014 | 05:00 Uhr

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