Neumünster : SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli mahnt Hilfen für das Schaustellergewerbe an

Schausteller treffen auf SPD: Volker Andresen (von links), Kirsten Eickhoff-Weber, Frank Dörksen vom Verband der Marktbeschicker, Thomas Schaar und Marco Lange vom Schaustellerverband sowie Serpil Midyatli.
Schausteller treffen auf SPD: Volker Andresen (von links), Kirsten Eickhoff-Weber, Frank Dörksen vom Verband der Marktbeschicker, Thomas Schaar und Marco Lange vom Schaustellerverband sowie Serpil Midyatli.

Die Lage der Branche ist ernst: Die Hälfte der 230 Betriebe in Schleswig-Holstein steht vor dem Aus.

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29. Juni 2020, 16:10 Uhr

Die Schausteller waren als Erste vom Corona-Lockdown betroffen und sind es wohl noch am längsten. Zum Start ihrer Sommerreise unter dem Motto „Starke Wirtschaft in Schleswig-Holstein“ hörte sich die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli in Schleswig-Holsteins „Schausteller-Hauptstadt Neumünster“ die Sorgen und Nöte der Branche an.

„Wir kommen aus dem Winterloch und sind in das noch größere Loch Corona gefallen“, machte Marco Lange als Präsident des Schaustellerverbands den Ernst der Lage klar. Trotz Corona-Soforthilfe des Bundes stünden die 230 Betriebe im Land mit dem Rücken zur Wand. Gelder aus dem Konjunkturprogramm stünden zwar in Aussicht, seien aber noch nicht da.

Drei Millionen Euro vom Land

Die Ende April im Landtag beschlossenen drei Millionen Euro Anschlussfinanzierung müssten jetzt fließen, sonst drohe vielen Betrieben das Aus, konnte die SPD-Landeschefin nur bekräftigen. Sorgen macht Schaustellern und Midyatli, dass in vielen Kommunen das „Veranstaltungsverbot“ zu eng ausgelegt werde und schon jetzt Veranstaltungen am Jahresende abgesagt worden seien.

Jahrmarkt-App in Planung

„Es braucht hier eine landeseinheitliche Regelung“, sagte Midyatli und zeigte sich beeindruckt, dass die Branche nicht nur an Hygienekonzepten, sondern auch an einer Jahrmarkt-App arbeite. Diese soll – wie schon in der Gastronomie – eine Ein- und Ausgangskontrolle ermöglichen – einfach schon zu Hause ausfüllbar und datenschutzrechtlich geprüft. „Das Karussell muss sich wieder drehen. Dafür brauchen wir Unterstützung und Konzepte, das heißt die Wiederöffnung der Märkte“, betonte Thomas Schaar vom Schaustellerverband. „Jahrmärkte sind ein immaterielles Kulturerbe. Die Schaustellerstadt Neumünster ist gut beraten, etwas für das Gewerbe zu tun“, sagte Neumünsters SPD-Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber.

Schausteller hoffen auf Herbstmarkt

Die Holstenköste ging nicht – vielleicht aber schon wieder der Herbstmarkt im Oktober, so Eickhoff-Weber. Der Jugendspielplatz sei groß und gut geeignet. Die Stadt hat bei den Schaustellern einen Stein im Brett. „In Neumünster sitzen wir mit im Boot und werden in die Entscheidungen mit eingebunden“, sagte Lange.

Großflecken-Umbau

Das soll laut SPD-Ratsfraktionschef Volker Andresen auch für den Großflecken-Umbau gelten. Wichtig seien auch dort Abstimmung und Transparenz. Andresen: „Wir wollen nicht für zwei Jahre alle Feste und Märkte lahmlegen, im Gegenteil.“ Das Beispiel Lütjenstraße habe gezeigt, dass es geht, so Andresen.

Zweite Neumünster-Station Midyatlis war am Montag Oerlikon Nonwoven.

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