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Holsteinischer Courier

23. August 2017 | 08:26 Uhr

Holstenhallen : SPD: Harmonie beim Parteitag

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kreisparteitag in der Holstenhalle bekennt sich zur Eingliederung der Flüchtlinge in unserer Stadt. Klares Votum für das Vorstandsquartett

Neumünster | Harmonie? Ja. Der Wille zur Gestaltung? Ja. Aber auch Leidenschaft? – Es dauerte eine ganze Zeit, bis der Kreisparteitag der SPD am Donnerstagabend in Fahrt kam. Erst beim Thema Flüchtlinge kam Herzblut ins Spiel.

Die Kreisvorsitzende Kirsten Eickhoff-Weber legte den 74 Parteimitgliedern im Restaurant der Holstenhallen eine nüchterne Erfolgsbilanz vor, beschrieb einen geschlossenen Kreisverband mit gesunden Ortsverbänden, die für eine reibungslose Kommunikation stünden und konstant zum Mitmachen in der Partei animierten. „Das ist uns  wichtig“, betonte sie.

Dennoch habe es Rückschläge gegeben. Die SPD habe mit den Bürgern Konzepte für eine „lebensfreundliche Innenstadt“ entwickelt. „Wir wollten das Einkaufszentrum am Großflecken und waren entschieden für eine Sperrung des Großfleckens – leider ist es anders gekommen“, erinnerte die Parteichefin. Mit Blick auf die bevorstehende Karstadt-Schließung könne einem mulmig werden, sagte Eickhoff-Weber und fasste zusammen: „Die Entwicklung der Innenstadt ist noch nicht auf dem besten Weg.“ Die verlorene OB-Wahl sei für die SPD eine bittere Niederlage.

Die Parteichefin überließ es Fraktionschef Uwe Döring, die „Habenseite“ auszumalen: Die SPD habe der Firma Nortex die erhofften Erweiterungsmöglichkeiten eröffnet, dafür gesorgt, dass der Busverkehr in öffentlicher Hand bleibe, den kommunalen Ordnungsdienst und die landesweit erste Jugendberufsagentur angeschoben, listete Döring auf. Bei der Umsetzung habe die Fraktion im Rat auf unterschiedliche Koalitionen bauen können. „Das  spricht für unsere Themen“, unterstrich der Fraktionschef.

Mit einem leidenschaftlichen Appell forderte Döring seine Partei auf, sich der gewaltigen Herausforderung der Flüchtlingsintegration zu stellen. Bis zum Ende des Jahres seien nach derzeitigem Stand mindestens 50 000 Flüchtlinge zu erwarten, „und viele von ihnen werden bleiben“, sagte Döring. Die Stadt habe in den vergangenen Wochen eine nie da gewesene Welle der Hilfsbereitschaft erlebt. Jetzt gelte es, den Schwung zu nutzen und die  Integration der Menschen anzugehen. „Es darf uns nicht passieren, dass wir der  Entwicklung wieder hinterherlaufen“, sagte Döring mit Blick auf die Versäumnisse der Politik bei der Bekämpfung der Fluchtursachen.

Würde der Verteilungsschlüssel zur Aufnahme der Flüchtlinge für Neumünster schon gelten, müsste die Stadt aus dem Stand rund 1500 Menschen dauerhaft unterbringen, unterstrich  Döring  den Druck auf die Stadt. Die ganze Stadt sei gefordert: Stadtplanung, Kitas, Schulen, Bildungsträger, Ehrenamtliche  und hauptamtliche Helfer müssten umdenken, forderte Döring. Wenn Neumünster diese Aufgabe meistere, eröffne die Integration der Stadt aber auch neue Chancen, stellte  Döring in Aussicht. Eine gemeinsam mit Kirsten Eickhoff- Weber erarbeitete Resolution „Aus Fremden werden Nachbarn“ (wir berichteten) wurde einstimmig angenommen.

Sehr gute bis exzellente Ergebnisse gab es bei den Vorstandswahlen: Die Vorsitzende  Kirsten Eickhoff-Weber wurde mit  69 Ja-Stimmen (bei 4 Enthaltungen) wiedergewählt. Nadja Winter kam als stellvertretende Kreisvorsitzende auf ebenfalls 69 Stimmen, Thorsten Klimm auf 67 (von 72 Stimmen).  Volker  Andresen  konnte sein Ergebnis als stellvertretender Kreischef  gegenüber 2013 klar verbessern: Er kam auf 60-Ja-Stimmen (bei 5 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen). Vor zwei Jahren hatten noch 16  Parteigänger gegen ihn votiert.

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erstellt am 05.Okt.2015 | 08:30 Uhr

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