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Wasbeker Strasse : SPD hält Bauverwaltung Versagen vor

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ratsfrau Franka Dannheiser beschwert sich beim Oberbürgermeister über das „desaströse Baustellenmanagement“

von
erstellt am 21.Mai.2014 | 05:00 Uhr

Die Pannenserie beim Ausbau der Wasbeker Straße hat möglicherweise noch ein politisches Nachspiel: Mit einen Offenen Brief an Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras beschwerte sich Franka Dannheiser, SPD-Fachfrau im städtischen Bauausschuss, jetzt öffentlich über die ihrer Ansicht nach „völlig überforderte Bauverwaltung“.

In dem Schreiben hält die SPD-Frau, selbst Bauingenieurin, den Bauplanern im Rathaus schwere Versäumnisse bei der Planung und Abwicklung der Baustelle vor.

Die Kanalsanierung und der Ausbau der Wasbeker Straße zwischen Schleusberg und Ring waren erst Ende April mit fünfmonatiger Verspätung abgeschlossen worden. Mehrere Pannen hatten die ursprünglich auf sechs Monate veranschlagten Arbeiten immer wieder verzögert (der Courier berichtete). So hatte unter anderem ein Subunternehmen einer beauftragten Baufirma über Nacht überraschend die Baustelle geräumt. In der Folge standen die Bauarbeiten über Wochen still. Bei der Kanalsanierung wurden erst während der Arbeiten größere Schäden am Kanalnetz entdeckt. Die zeitsparende Sanierung im Inliner-Verfahren war damit plötzlich nicht mehr möglich, die Bauarbeiter mussten entgegen ursprünglicher Planung die Straße öffnen.

Höhere Gewalt als Erklärung für die Verzögerungen mag Franka Dannheiser allerdings nur bedingt gelten lassen. Der Bauverzug basiere im Wesentlichen auf einem „mehr als desaströsen Baustellenmanagement“, klagt die Bauexpertin und stützt sich dabei auch auf die Antworten der Verwaltung auf ein Große Anfrage ihrer Fraktion.

Die Stadt hatte die Verzögerungen darin unter anderem damit erklärt, mehrere beteiligte Gewerke hätten nicht parallel arbeiten können. Eine gründliche Bauablaufplanung hätte genau dies aber rechtzeitig erkennen und gegebenenfalls korrigierend eingreifen müssen, hält Dannheiser entgegen.

Auch die Reaktion der Bauverwaltung auf das abgetauchte Subunternehmen kann die Ratsfrau nicht nachvollziehen: Das Nichterscheinen des Subunternehmers rechtfertige sehr wohl, vom Auftragnehmer Sonntagsarbeit einzufordern, um die verlorene Zeit wieder aufzuholen, kritisiert sie. Das wäre dann auch ein Signal an die entnervten Anlieger gewesen, sagte Dannheiser.

Das Rathaus bestätigte gestern den Eingang des Schreibens. Die Ratsfrau werde umgehend eine Antwort erhalten hieß es.

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