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Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 14:15 Uhr

Faldera: : SPD feuert ihren Stadtteilvorsteher

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Fred Brocksema tritt nach heftiger Kritik aus den eigenen Reihen zurück

von
erstellt am 18.Jun.2016 | 15:00 Uhr

Neumünster | Heftiger Hauskrach in der SPD Faldera: Nach massiver Kritik an seiner Amtsführung aus den eigenen Parteireihen hat Falderas Stadtteilvorsteher Fred Brocksema (55) am Donnerstagabend überraschend sein Amt niedergelegt. Das Vertrauensverhältnis zwischen ihm und dem Ortsverein (OV) sei nicht mehr gegeben, begründete der 55-Jährige am Schluss der regulären Beiratssitzung kurz und knapp seine Entscheidung. Er habe die Stadtpräsidentin bereits in der vergangenen Woche über seinen Schritt unterrichtet.

Der Schritt kommt nicht ganz freiwillig: Vorangegangen war dem Entschluss zur Demission offenbar ein heftiger Krach innerhalb der SPD Faldera. Vor allem OV-Vorsitzende Franka Dannheiser hatte Brocksema scharf angegriffen und ihm mangelndes Engagement vorgehalten. Auslöser für die Attacke war offenbar ein Lapsus Brocksemas im Zusammenhang mit den Stadtteilfest im Falderapark Ende Mai, das traditionell vom Stadtteilbeirat organisiert wird. Brocksema hatte zunächst versäumt, das Fest am Falderapark anzumelden und war erst im letzten Moment von der Polizei auf sein Versäumnis aufmerksam gemacht worden. Als er die Anmeldung bei der Stadt nachholen wollte, hatte sich Franka Dannheiser bereits eingeschaltet. In einer Mail hatte die SPD-Ratsfrau ihrem Parteifreund daraufhin den Rücktritt als Stadtteilvorsteher nahegelegt – nicht ohne das Schreiben auch den CDU-Vertretern des Beirats zuzuleiten.

Gegenüber dem Courier machte Brocksema, der 2011 sogar für kurze Zeit SPD-Kreisvorsitzender war, aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: Die Watsche sei stillos, so gehe man mit Parteifreunden nicht um, sagte Brocksema, der im Gegenzug Franka Dannheiser mangelndes Interesse am Stadtteil vorhielt. Die Arbeit im Stadtteilbeirat sei in der Vergangenheit immer schon auf wenige Schultern verteilt gewesen, beklagte Brocksema die mangelnde Unterstützung. Franka Dannheiser kenne offenbar nicht einmal die offizielle CDU-Vertretung des Stadtteilvorstehers, wie der Mail zu entnehmen sei.

In der Beiratssitzung am Donnerstag trat Brocksema die Flucht nach vorne an und räumte Fehler bei der Organisation des Stadtteilfestes ein.

Franka Dannheiser reagierte gestern gereizt auf Brocksemas Vorwürfe. „Das Maß war einfach voll“, sagte die Ratsfrau. Immer wieder habe es in den vergangenen zwei Jahren Kritik am Amtsverständnis des Stadtteilvorstehers gegeben, Der Hauptvorwurf: Brocksema kümmere sich einfach zu wenig um den Stadtteil. Da seien Beiratssitzungen vergessen oder wichtige Termine nicht wahrgenommen worden. Das traditionelle Müllsammeln im Frühjahr habe Brocksema abgesagt, zu den Vorbereitungstreffen für das Stadtteilfest sei er kein einziges Mal erschienen, zählte Dannheiser die Kritikpunkte auf. Wiederholt habe sie Brocksema deswegen zur Seite genommen und gewarnt. Dass das Stadteilfest jetzt fast geplatzt wäre, habe das Fass zum Überlaufen gebracht, sagte Dannheiser. Der Beschluss, Brocksema zum Verzicht aufs Amt aufzufordern, sei im OV-Vorstand bei einer Enthaltung einstimmig gefallen.

Die SPD Faldera will jetzt auf der Mitgliederversammlung am 5. Juli einen, so Dannheiser, „erfahrenen“ Nachfolger für Brocksenma im Stadtteilbeirat vorstellen. Sollte alles glatt laufen, könne der neue Beirat bereits am 7. Juli von der Ratsversammlung bestätigt werden, hofft die OV-Vorsitzende.

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