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Gänsemarkt : SPD/FDP: Gänseliesel soll gedreht werden

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neuer Standort, vor allem aber die Blickrichtung der Figur von Frauke Wehberg stoßen auf Kritik. Gestohlene Gans soll neu angefertigt werden

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erstellt am 03.Nov.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | Marion Brauer aus der Innenstadt ist nicht die einzige, die sich an der Neugestaltung des Gänsemarkts stört. „Die Gänseliesel steht doch falsch und schaut in die falsche Richtung“, sagt die 68-Jährige. In der Tat hat die lebensgroße Bronzeplastik der Hamburger Künstlerin Frauke Wehberg nach der Umgestaltung des Gänsemarkts im Zuge des Neubaus der Holsten-Galerie die Blickrichtung geändert. Sie schaut nun nicht mehr auf den Teich. Die SPD will im Schul-, Kultur- und Sportausschuss beantragen, dass die Liesel so umgesetzt wird, dass sie wieder zum Großflecken blickt und ihm nicht den Rücken zukehrt.

Auf dem Weg zum neuen Einkaufszentrum könnten die meisten Menschen die Statue nur von hinten sehen. Auch beim Verlassen blicke man nur seitlich auf die Gänseliesel. „Das ist widersinnig und muss daher unverzüglich geändert werden“, fordert der Ausschussvorsitzende Bernd Delfs.

Unterstützung für ihren Vorstoß bekommen die Sozialdemokraten vom FDP-Ratsfraktionsvorsitzenden Reinhard Ruge. Die SPD nehme damit seine Initiative im sozialen Netzwerk Facebook auf, teilte Ruge mit. Ruge hatte auf Facebook die Frage aufgeworfen, wer eigentlich entschieden habe, „dass die Gänseliesel dem Großflecken den Rücken zudreht, ihm also sozusagen die ‚kalte Schulter‘ zeigt. „Schön, dass der Ball jetzt aufgenommen worden ist“, sagte Ruge.

Bei der Stadt kann man die Aufregung um dieses Thema nicht verstehen. Dass die Gänseliesel mehr zur Straße hinrückte, habe mehrere Gründe, teilte Stadtsprecher Stephan Beitz auf Nachfrage mit. Zum einen sprachen diverse Leitungen im Untergrund gegen den alten Standort. „Man benötigt den Platz auf dem Gänsemarkt für die geplante Außenrestauration“, nannte Beitz einen zweiten Grund. Und schließlich musste für die Feuerwehr der Rettungsweg freigemacht werden. „Sie muss im Ernstfall auch über den Gänsemarkt in die Kaiserstraße kommen können“, so Beitz.

Die neue Blickrichtung der Liesel zur Kaiserstraße hin sei bewusst so gewählt worden, damit die Liesel auch zu ihrer Pumpe guckt. Die ist neu und steht mit ihrem silberfarbenen Anstrich in Kontrast zur Bronzepatina der Liesel. Die alte Pumpe aus Bronze war 2012 bei nächtlichen Abbauarbeiten nach der Holstenköste kaputt gefahren worden. Sie wurde daraufhin abmontiert.

Die Wasserleitung für die neue Schwengel-Pumpe liegt, wird aber erst im Frühjahr gefüllt, wenn kein Frost mehr droht. Eine Neuigkeit hatte Stadtsprecher Beitz noch: Die zweite Gans kehrt zurück. Sie war im Jahr 2006 gestohlen worden und nie wieder aufgetaucht. Allerdings dauert es noch ein wenig. Für die neue Gans wird extra eine neue Gussform angefertigt. Die alte Form aus dem Jahr 1982 gibt es nicht mehr.

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