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Green-Screen-Filmabend : Spatzen-Helden und Mäuse-Mama im Fokus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Über 500 Besucher: Rekord beim Naturfilm-Abend des Couriers / Die Aufnahmen der Tierwelt rund um den Globus und von der Küste des Baltikums beeindruckten das Publikum

Neumünster | Spatzen, die in New York in Ampelröhren über dem brausenden Verkehr nisten, eine tapfere Haselmaus-Mutter und die Konik-Ponys inmitten der wunderschönen Landschaft des Baltikums waren die Stars des Abends. Der Andrang war unerwartet groß: Bis kurz vor den Tresen der Holstenhallen-Gastronomie an der Stirnwand wurden Stühle herangeschleppt. Zur vierten „Green-Screen“-Naturfilm-Vorführung strömten über 500 Besucher; so viele wie noch nie auf einer Veranstaltung dieser Filmtournee durch Schleswig-Holstein. Über drei Stunden gab es am Montagabend in der Holstenhalle 2 auf Einladung des Holsteinischen Couriers und des Eckenförder Naturfilmfestivals „Green Screen“ spannende Einblicke in Fauna und Flora.

Nach der Begrüßung durch Courier-Redaktionsleiter Thorsten Geil sowie Jens Stender und Rainer Beuthel vom Förderverein Green Screen wurde das Publikum auf den „Planet der Spatzen“ gebeamt. Regisseur Kurt Mayer zeigte den Allerweltsvogel als Weltbürger, frechen Eroberer menschlicher Stätten sowie Lebenskünstler und servierte jede Menge biologische Lektionen. Zum Kichern: die lustige Brautwerbung in Ägypten und das Tauziehen um einen Grashalm beim Nestbau. In Metropolen rund um den Globus schafft es der „Lünk“ zu überleben. Er lebt in Minaretten oder auf Notre Dame. Herzzerreißend: das Spatzenleben in Moskau. Das Publikum fieberte mit, als ein Spatz dicht an vorbeirauschenden Reifen auf eine Scheibe Brot zustürzt oder ein anderer sich aus lauter Not in eine Gaststätte traut, wo er ein paar Krumen ergattert – und einen warmen Schlafplatz, während draußen 30 Grad minus herrschen.

In den Mikrokosmos einer Haselmaus entführte „Kleiner Langschläfer hellwach“, bei dem Naturfilmer Joachim Hinz (Aukrug) und Beatrix Stoepel Regie führten und der Maus, die eigentlich ein Bilch ist, hinterherpirschten. Zu sehen war, was Menschen sonst nie sehen: Das Haselmaus-Jahr vom Aufwachen nach monatelangem Schlaf, die „Mäuse-Hochzeit“, einmalige Aufnahmen von der Geburt der Jungen bis hin zum Umzug in ein anderes Nest. Hochspannend: das Ablenkungsmanöver der mutigen Mutter, als ein Wiesel ihr Leben und das ihrer Jungen bedroht, und mit einem Sprung ins Wasser den Verfolger abschüttelt.

Atemberaubend schöne Bilder von der weiten Landschaft des Baltikums und seiner Küste zeigte das Werk von Christoph Hauschild. Wild preschende Konik-Hengste eröffneten das Kaleidoskop. Zu sehen gab es windgepeitschte Nadelwälder, ausbüxende Luchs-Babys und den Wendehals, der 10 000 Ameisenlarven für seine elf Küken fangen musste. Die wunderschönen Bilder machten Lust auf eine Reise.

Das Green-Screen-Festival wird von ehrenamtlichen Kräften organisiert – da geht auch mal was schief. Zweimal blieb der Film stehen und musste neu gestartet werden. Die meisten Besucher zeigten sich geduldig und applaudierten nach der entsprechenden Ansage. „Neben mir hat sich ein Mann aufgeregt. Aber wir sind hier nicht im Kino“, sagte Besucherin Monika Blöcker (49) aus Einfeld. Es spreche sich herum, dass dieser Kinoabend immer „ein toller Abend“ sei, sagte sie angesichts des Besucheransturms.

Neumünster war die erste von 15 Stationen, in denen die Filme in den kommenden Wochen gezeigt werden. Überall dürfen die Zuschauer abstimmen; der Film mit dem meisten Zuspruch erhält den Publikumspreis des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags. Wie das jeweilige Publikum abgestimmt hat, wird erst nach der Preisverleihung veröffentlicht, um niemanden zu beeinflussen. Nur so viel: In der Holstenhalle wurden 441 Stimmkarten eingeworfen. Ergebnis: 181 - 180 - 80 Stimmen.

Wer mehr Naturfilme sehen möchte, kann vom 4. bis 8. September zum Festival nach Eckernförde fahren.

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erstellt am 06.Aug.2014 | 05:30 Uhr

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