zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

20. Oktober 2017 | 18:25 Uhr

Poetry-Slam : Spaß pur beim Wortgefecht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Poetry-Slam in der Werkhalle lockte über 300 begeisterte Fans des schnellen Dichterwettkampfs.

Neumünster | Der Poetry-Slam bleibt ein Besuchermagnet des Kunstfleckens: 320 Menschen verschiedener Generationen bekamen am Donnerstagabend beim modernen Dichterwettstreit in der Werkhalle Unterhaltung auf hohem Niveau geboten.

Acht Poeten hatten jeweils sechs Minuten Zeit, auf der Bühne ihre selbstverfassten Texte zu präsentieren. Ohne Hilfsmittel, dafür mit einer möglichst guten Vortragsweise – in der Szene-Sprache auch Performance genannt – kämpften die gewitzten Sprachkünstler um die Gunst der Publikumsjury.

Schon die Moderation von Slam-Profi Björn Högsdal ist immer wieder erlebenswert. So unterrichtete er die Jury darüber, dass sie einem Text die Höchstpunktzahl dann geben solle, „wenn der Text so toll ist, dass ihr ihn auf die Stirn eures Partners tätowieren wollt, damit ihr ihn auch beim Frühstück lesen könnt.“

Einen besonders guten Griff hatte das Kulturbüro in diesem Jahr auch mit der Wahl der Band getan. Das Publikum kringelte sich vor Lachen, als das Leipziger Männerduo „Bye Bye“ mit Akustikgitarre und lapidarem Understatement perfekt auf den Hauptteil vorbereitete. Und bei dem präsentierten die Künstler wieder enormen Einfallsreichtum. Ein Erwachsener etwa, der aussteigen und Pirat werden will, ist inhaltlich schon besonders. Wenn Björn Katzur diese Geschichte dann auch noch wutschnaubend vorträgt und so ihren ganzen Irrwitz entfaltet, kann man sich nur scheckig lachen.

Helge Albrecht (23) aus Kiel fährt seit über drei Jahren auf Poetry-Slams und hat sein Notizbuch immer dabei. „Ideen oder Reime schreibe ich sofort auf, egal wo ich bin“, erzählte der Germanistikstudent. Fettnäpfchen scheut der Liebhaber schwarzen Humors nicht: „Klar kann es vorkommen, dass sich Leute auf den Schlips getreten fühlen. Aber ich mache mir zuvor Gedanken, ob ich etwas vortragen kann oder nicht.“

Am Ende des verbalen Kräftemessen standen schließlich zwei Gewinner: Mona Harry und Lennart Hamann. Die Hamburgerin begeisterte mit ihrer Liebeserklärung an das Land zwischen den Meeren, denn das sei „der wahre Grund dafür, warum Kompassnadeln nach Norden zeigen.“ Und Lennart Hamann überraschte mit einer amourösen Beziehung zu Schokolade.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen