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Holsteinischer Courier

24. September 2017 | 16:11 Uhr

Knappe Kassen : Sparkurs: Der Sport macht ernst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Plätze schließen, Anlagen aufgeben – das ist für den KSV kein Tabuthema mehr.

von
erstellt am 12.Apr.2014 | 05:00 Uhr

Neumünster | Diese Aussage hätte man von Sönke Capell nicht unbedingt erwartet: „Es gibt in Neumünster zu viele Tennisplätze“, sagte Capell am Donnerstagabend im Schul-, Kultur- und Sportausschuss. Der 43-jährige Einfelder ist schließlich Tennislehrer, aber seit Jahresbeginn auch beim Kreissportverband (KSV) angestellt, um den Sportentwicklungsplan auf den Weg zu bringen. Und damit ist es sein Job, den Sparkurs der Stadt im Sport mit umzusetzen.

Beim Sportstättenkonzept kann er erste Ergebnisse vorweisen. Weil der Tennisboom längst vorbei ist, seien einige Vereine bereit, künftig auf städtische Fördermittel zur Herrichtung ihrer Plätze zu verzichten. Manche legten Plätze still, andere wie der TC Wittorf und der TC Faldera würden sich auf Sicht sogar auflösen, sagte Capell in der Sitzung. Der Windsurfing-Club will mangels Nachwuchs schon zum Jahresende die Segel streichen.

Der KSV plädiert für eine Modernisierung der Sportförderrichtlinien. Sie wurden zuletzt 1999 angepasst. „Vielleicht fließen dann Fördermittel nicht mehr in Kanäle, die nicht mehr zeitgemäß sind“, sagte Capell. „Der demografische Wandel macht dem Sport zu schaffen“, sagte Capell. Er setzt auf frische Ideen, etwa eine engere Partnerschaft zwischen Schulen und Vereinen. Hallen und Plätze könnten noch öfter gemeinsam genutzt werden. Dafür müsse aber auch in manche Schulsportplätze investiert werden. Capell nannte den Platz der Hans-Böckler-Schule.

„In den offenen Ganztagsschulen ist der Sport das beliebteste Angebot“, sekundierte die KSV-Vorsitzende und Kreisschulsportbeauftragte Ute Freund. Allerdings wünscht sie sich „mehr Zeit, weniger Konsolidierung und viel Kreativität, um den Sport in Neumünster für alle zukunftsfähig zu machen“.

Ute Freund begrüßte ausdrücklich den neu gefassten Antrag zum Schwimmsport. Wegen des Ausfalls der im Orkan Christian zerstörten Traglufthalle im Bad am Stadtwald beträgt der Kostenanteil, den die Schwimmvereine in diesem Jahr aus eigenen Mitteln tragen müssen, nur 20 statt der vorgesehenen 25 Prozent. Insgesamt bleibt es aber 2014 beim Konsolidierungsbeitrag des Sports von 100 000 Euro.

Kommentar:

Unter dem Spardiktat der Haushaltskonsolidierung sind alte Besitzstände nicht zu wahren. Das weiß auch der KSV, der bei der Stadt vertraglich im Wort steht und nun selbst für die Anpassung der Förderrichtlinien plädiert. Geld für die Unterhaltung nicht mehr genutzter Vereinsanlagen kann es künftig nicht mehr geben. Ebenso wenig Schulsportplätze, die die meiste Zeit des Jahres verwaist sind. Mehr Kooperation zwischen Schule und Verein lautet die Devise. Auch in der Vereinslandschaft, wo kleine  Spartenvereine kaum  Zukunft haben.

 

 

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