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Neumünster : Sparkasse Südholstein bessert Sanierungsplanung nach

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Sparkasse Südholstein braucht erneut eine Kapitalspritze. Es gebe aber keine neue Schieflage, sagt das Institut. Die Sparkasse müsse sich für künftige Eigenkapital-Anforderungen wappnen.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2014 | 13:43 Uhr

Neumünster | Die unter Konsolidierungsdruck stehende Sparkasse Südholstein hat erneut Kapitalbedarf in Millionenhöhe und braucht möglicherweise Hilfe des Dachverbandes. „Wir überarbeiten die Sanierungsplanung wegen neuer Rahmenbedingungen“, sagte Sprecherin Imke Gernand am Donnerstag. Es handle sich nicht um eine neue oder akute Schieflage.

Es gehe vielmehr darum, angesichts veränderter internationaler Eigenkapital-Anforderungen („Basel III“) das Institut langfristig zu stabilisieren. Das Manager Magazin online berichtete, die in Neumünster sowie den Kreisen Segeberg und Pinneberg aktive Sparkasse brauche mindestens 30 Millionen Euro.Gernand wollte keine Summe nennen. Ein Sprecher des schleswig-holsteinischen Sparkassenverbandes sagte in Kiel, bisher habe es lediglich informelle Gespräche über die Perspektiven gegeben, Beschlüsse gebe es nicht. „Dass die Sparkasse Südholstein in schwierigem Fahrwasser ist, ist nichts neues.“

Die Sparkasse war in den letzten Jahren wiederholt zum Stützungsfall geworden. 2013 benötigte sie 60 Millionen Euro, 2009 waren es 100 Millionen. 2012 musste die viertgrößte Sparkasse im Land etwa 40 Millionen Euro auf Beteiligungen abschreiben, besonders an der HSH Nordbank. Wenn anders als in den früheren Fällen diesmal nicht der Landesverband zu Unterstützung einspringen kann, müsste dies der Bundes-Dachverband machen. Die Sparkasse, die im vorigen Jahr den Abbau von 130 Stellen angekündigt hatte, zählt derzeit knapp 1000 Mitarbeiter.

Der neue Vorstandsvorsitzende Andreas Fohrmann habe die Sanierungsplanung unter den sich weiter verändernden Rahmenbedingungen noch einmal überarbeitet, sagte Gernand. Die Sparkasse sei im Kundengeschäft gut ins Jahr 2014 gestartet, jetzt gehe es darum, sie nachhaltig robust aufzustellen. Unter anderem mussten die Kapitalinstrumente neu bewertet werden. Alle Belastungen der Vergangenheit würden planmäßig abgearbeitet.

Nach den „Basel III“-Kriterien steigt die zu erreichende Eigenkapitalquote bis 2019 schrittweise auf 10,5 Prozent. Um dies zu erreichen, muss die Sparkasse nun noch einmal nachlegen. „Aktuell erfüllen wir alle Stabilitätskriterien“, sagte Gernand. Nach ihren Angaben tragen die Verbände die neue Sanierungsplanung mit. Eine Lösung für die künftige Kapitalausstattung sei gemeinsam erarbeitet worden. Sie müsse jetzt nur noch endgültig beschlossen werden.

Massive Kritik übte die CDU an der Landesregierung. Es räche sich jetzt, dass SPD, Grüne und SSW die 2010 von der damaligen CDU/FDP-Landesregierung geschaffenen Beteiligungsmöglichkeiten an schleswig-holsteinischen Sparkassen sowohl für die Hamburger Sparkasse als auch für alle öffentlich-rechtlichen Sparkassen außerhalb Schleswig-Holsteins wieder rückgängig gemacht hätten. Die dafür eingeführte Beteiligungsmöglichkeit für Kommunen sei dagegen von Anfang nichts anderes als Kosmetik gewesen. Denn keine Stadt und Gemeinde im Norden könne 30 Millionen Euro für eine Beteiligung an der Sparkasse Südholstein aufbringen.

Den zusätzlichen Kapitalbedarf müssten deshalb allen anderen schleswig-holsteinischen Sparkassen ausgleichen. Hierdurch bestünde die Gefahr eines Dominoeffektes, durch den weitere kapitalschwache Sparkassen in Mitleidenschaft gezogen würden, warnte Koch.

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