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Geschäftszahlen : Sparkasse steigert erneut den Gewinn

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vorstand Andreas Fohrmann sieht sein Institut auch im dritten Jahr nach der Neuausrichtung auf Kurs. Das Kundengeschäft wuchs 2016 deutlich.

Neumünster | Die Sparkasse Südholstein sieht sich bei der vor drei Jahren eingeleiteten Neuausrichtung weiter auf Kurs. Das machte der Vorstandsvorsitzende Andreas Fohrmann gestern bei der Vorstellung der Geschäftszahlen deutlich.

So sei es gelungen, den Zinsüberschuss gegen den Branchentrend um 4,2 auf 96,8 Millionen Euro zu steigern. Der Provisionsüberschuss wuchs um 1,4 auf 33,6 Millionen Euro. Insgesamt verzeichnete Südholstein Einnahmen in Höhe von 131,5 Millionen Euro, das sind 5,3 Millionen Euro mehr als 2015. Nach Abzug der Kosten macht das ein vorläufiges Betriebsergebnis von 34,3 Millionen Euro – 7,5 Millionen mehr als 2015. „Angesichts der niedrigen Zinsen und entsprechend geringer Margen im klassischen Bankgeschäft war das nicht selbstverständlich“, so Fohrmann. Die Sparkasse will das gute Ergebnis nutzen, um die Vorsorgereserven um 20 Millionen Euro zu stärken.

„Das Kundengeschäft ist in einem schwierigen Umfeld deutlich gewachsen“, sagte Fohrmann. Die Bilanzsumme sei allein dadurch gestiegen. Haupttreiber dabei seien die Ausgabe von Krediten an Kunden gewesen.

Im Verhalten der Kunden sei ein deutlicher Wandel zu erkennen, sagte Fohrmann mit Blick auf die im vergangenen Jahr gestartete Online-Filiale. Vier Mitarbeiter beraten hier per Video oder Chat. Das sei viel besser angenommen worden als erwartet. Immer mehr Kunden erledigten ihre finanziellen Angelegenheiten zu Hause oder von unterwegs. Die klassische Filiale biete zwar nach wie vor alle Serviceleistungen, entwickele sich aber mehr und mehr zum Ort für Beratung.

Die Abhebung von Bargeld werde auch weiterhin kostenfrei sein, sagte Fohrmann. Die Kontogebühren seien aber auch bei der Südholstein angepasst worden – je nach Kontomodell um 90 Cent bis 2 Euro im Monat. Strafzinsen oder Verwahrentgelte für Sparer möchte die Sparkasse „so lange es geht“ nicht einführen. Bei großen gewerblichen oder institutionellen Einlegern und länger stehenden Beträgen suche die Sparkasse dagegen schon seit Jahresbeginn 2017 das Gespräch.

Fohrmann: „Wir haben es in drei Jahren Neuausrichtung aus eigenem Ertrag geschafft, fast 60 Millionen Euro Eigenkapital selbst aufzubauen. Wir sind aus der Krise heraus.“ Allerdings bedeutete das auch deutliche Sparanstrengungen. In den vergangenen drei Jahren wurden elf Filialen geschlossen und etwa 200 Arbeitsplätze abgebaut – ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Geschäftszahlen 2016:

 Bilanzsumme: 4,942 Milliarden Euro (+3,8 Prozent).

 Betriebsergebnis (vor Bewertung): 34,3 Millionen Euro (+28,5 Prozent)

  Kundeneinlagen: 3,652 Milliarden Euro (+4 Prozent).

 Kundenkredite: 4,007 Milliarden Euro.

 Kernkapitalquote:  13,4 Prozent (2015: 13,2 Prozent).

 Gesamtkapitalquote: 16,1 Prozent (nach Zuführung in Vorsorgereserve).

 Mitarbeiter: 961 (−56).

 Filialen: 36 (unverändert)

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erstellt am 05.Apr.2017 | 12:00 Uhr

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