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Holsteinischer Courier

24. Oktober 2017 | 03:22 Uhr

Sparkasse baut 130 Stellen ab

vom

Ob auch Filialen geschlossen werden, ist noch offen

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Neumünster | Bei der Sparkasse Südholstein steht jede sechste Stelle auf der Kippe. Zu einem bereits im Juni angekündigten Sparprogramm gehört auch der Abbau von 130 Stellen. Die Zahl nannte Südholsteins Vorstandsvorsitzender Ralph Schmieder am Dienstag auf einer Betriebsversammlung.

Der Abbau solle "in hohem Maße über die natürliche Fluktuation sowie über individuelle Vereinbarungen wie Altersteilzeitregelungen erreicht werden", teilte die Sparkasse gestern in einer Erklärung mit. Entlassungen sind damit nicht ausgeschlossen. Da es sich bei den 130 Stellen um Vollzeitstellen handelt, werden "aufgrund der Teilzeitquote sicher mehr Mitarbeiter betroffen sein", teilte Sparkassensprecherin Imke Gernand auf Nachfrage mit. Die Sparkasse hat inklusive ihrer 95 Auszubildenden zurzeit 1010 Mitarbeiter. Das entspreche gut 800 Vollzeitstellen, so Imke Gernand.

Die Gespräche mit den Mitarbeitern sollen zum Jahresende geführt werden, der Abbau "aufgabenorientiert" erfolgen, sagte Imke Gernand: "Es gibt keine Rasenmähermethode." Infolge des Personalabbaus werden künftig auch die Lehrstellen reduziert. Gernand: "Die Quote bleibt sehr hoch, wird aber auf die neue Stellenzahl angepasst." Ob sich am Filialnetz etwas ändern werde, sei noch völlig offen.

"Wie alle Banken und Sparkassen müssen wir auf der Kostenseite unsere Personal- und Infrastruktur anpassen", sagte Schmieder mit Blick auf das anhaltend niedrige Zinsniveau, das durch die Finanzkrise veränderte Verbraucherverhalten und den zunehmenden Wettbewerb. Die Sparkasse Südholstein hatte das Geschäftsjahr 2012 ohne Gewinn abgeschlossen und musste nach 2009 in diesem Jahr zum zweiten Mal mit einer Kapitalspritze von 60 Millionen Euro durch die Sparkassenorganisation gestützt werden (der Courier berichtete).

"Die Restrukturierung der Sparkasse ist von höchster Priorität", sagte Schmieder. Als Nachfolger für den jüngst ausgeschiedenen Axel Kodlin sucht die Sparkasse Südholstein jetzt einen "Finanzvorstand mit umfassender Sanierungserfahrung". Dafür kämen nur wenige mit der Sparkassenorganisation vertraute Personen in Frage. Schmieder hat sich nach Gesprächen mit dem Verwaltungsrat des Instituts und dem Sparkassenverband darauf verständigt, ins zweite Glied zu treten; nach Angaben der Sparkasse war dies ein freiwilliger Schritt. Der gesuchte neue Finanzvorstand soll auch neuer Vorstandschef werden. Schmieder selbst werde im Vorstand bleiben, teilte die Sparkasse mit.

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