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Bilanz : Sparkasse auf dem Weg zurück zur Normalität

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Jahresbilanz weist eine „schwarze Null“ auf, aber operativ hat die „Südholstein“ wieder Geld verdient. Die Kosten müssen weiter sinken.

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erstellt am 01.Apr.2015 | 07:30 Uhr

Neumünster | Nach einigen harten Jahren scheint die Sparkasse Südholstein in Neumünster wieder auf dem Weg zurück zur Normalität zu sein. Die Vorstandsmitglieder Andreas Fohrmann und Martin Deertz stellten gestern die Eckdaten der Bilanz 2014 vor, die zwar nur eine „schwarze Null“ ausweist – die aber auch zeigt, dass die Sparkasse operativ wieder Geld verdient.

Die „Südholstein“ kam 2009 in Schwierigkeiten und musste mit 100 Millionen Euro von den anderen Sparkassen und dem Verband gerettet werden. Später schlugen Abschreibungen auf Beteiligungen ins Kontor, etwa auf die HSH Nordbank. Folge: 2013 musste die Sparkasse erneut mit 60 Millionen Euro gestützt werden. 2014 baute das Haus die Kapitalseite mit neuen Hilfen um – und steht nach Einschätzung des Vorstands nun auf stabilen Füßen.

Im operativen Geschäft hat die Sparkasse im vergangenen Jahr ein Betriebsergebnis von 20 Millionen Euro erzielt. Davon steckt sie 9 Millionen ins Eigenkapital. Die Gesamtkapitalquote beträgt jetzt solide 14,7 Prozent (Kernkapital: 12,5 Prozent). Nach Abzug der Wertberichtigungen bleiben vom Betriebsergebnis 6,6 Millionen Euro übrig. „Für das erste Jahr einer Neuausrichtung ist das ein respektables Ergebnis, finde ich – zumal es bei diesem Zinsniveau für kein Kreditinstitut leicht ist, Geld zu verdienen“, sagt Vorstandschef Andreas Fohrmann im Courier-Interview (siehe unten). Fohrmann kam im Januar 2014 als Nachfolger von Ralph Schmieder an Bord und ist nun dabei, das Institut umzubauen.

Im Kreditgeschäft hatte die Sparkasse ein Rekordjahr: Mehr als 670 Millionen Euro wurden neu an Privat- und Firmenkunden ausgeliehen, so viel wie noch nie. Größter Treiber war dabei das Geschäft mit Firmenkunden. In die private Baufinanzierung flossen 180 Millionen. „Wir haben rund 1400 Familien auf dem Weg in die eigenen vier Wände begleitet“, sagte Martin Deertz.

Die Kundeneinlagen stiegen im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss stieg um 2 auf 91,6 Millionen Euro. Ihre Kosten hat die Sparkasse um 3,1 Millionen auf 130 Millionen Euro gesenkt. Die Bilanzsumme schmolz um 3,4 Prozent auf 4,958 Milliarden Euro – durch Reduzierung von Eigenanlagen und Kreditvergabe an andere Banken. Das Stichwort heißt „Gesundschrumpfung“.

Das bleibt auch weiter der Kurs beim Personal. Unter dem Strich waren am 1. Januar 2015 mit 1010 zwar 30 Mitarbeiter mehr im Haus beschäftigt als ein Jahr zuvor. Aber da die Sparkasse etwa 80 Mitarbeiter von der ausgelagerten „Kreditfabrik“ NRS ins Haus zurückgeholt hat, hat der Personalabbau 2014 bereits gegriffen. Betriebsbedingte Kündigungen habe es nicht gegeben.

Der Personalabbau wird aber weitergehen, denn die Kosten sind immer noch zu hoch. Die so genannte Cost-Income-Ratio steht 2014 bei 83,7 Prozent nach 88,2 Prozent im Vorjahr. Das heißt: Die Sparkasse muss fast 84 Cent aufwenden, um einen Euro zu verdienen. Fohrmann: „Mit dem Rückgang um 5 Prozentpunkte sind wir sehr zufrieden, aber mit der Zahl natürlich nicht. Sie muss auf unter 70 fallen.“

Nicht weiter fallen soll die Zahl der Filialen (36), nachdem im vergangenen Jahr neun Geschäftsstellen geschlossen wurden. Das passt in das neue, alte Credo der Sparkasse: „Wir wollen definitiv zurück zum Kunden, näher dran sein. Darum haben wir 2014 auch allein mit unseren Privatkunden etwa 40 000 Gespräche zur Finanz- und Vermögensplanung geführt, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr“, sagt Fohrmann und gibt damit auch den Kurs für 2015 vor.

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