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Interessante Natur : Spannender Rundgang durchs Dosenmoor

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In zwei Gruppen ging es mit Moorführern in das 521 Hektar große Naturschutzgebiet.

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2015 | 10:30 Uhr

Neumünster | Trotz schlechter Wetterprognose fanden sich am Sonnabend 40 Interessierte aller Altersgruppen am Info-Zentrum Dosenmoor in Einfeld ein, um an einer Moorführung teilzunehmen. Katharina Kuske, die früher in Neumünster wohnte, war sogar aus Asendorf bei Bremen angereist. Ihre Schwester Ildiko Regenyi kam aus Kassel.

In zwei Gruppen ging es mit den ehrenamtlichen Moorführern Helmut Nickel und Dr. Bernd Cuntze zum Teil auf befestigten Wegen in das 521 Hektar große Naturschutzgebiet. Zu Beginn erklärten beide an einer Schautafel die Geschichte des Hochmoores und seine Nutzung durch Torfabbau.

Moorführer Nickel bestach mit einem umfangreichen Wissen über die besondere Flora und Fauna diese einmaligen Biotops. „Hier gibt es 28 verschiedene Libellenarten wie die Schwarze Heidelibelle, die Becher-Azurjungfer oder den Moorbläuling – ein seltener Schmetterling“, berichtete Nickel. Mit der giftigen Sumpf-Calla, dem roten Torfmoos, dem Wollgras und dem Sonnentau stellte er seltene Moorspezialisten vor, die sich an die Besonderheiten angepasst haben.

Nur von den Tieren wie etwa den Kranichen, der Bekassine oder den heimischen Reptilien war leider nichts zu sehen. Die schottischen Hochland-Rinder, die zur extensiven Weidenutzung im Naturschutzgebiet leben, grasten hingegen ungestört von den Besuchern weiter.

Ein besonderes Vergnügen erwartete die Gäste an einem Moorloch. Nickel ließ die Gruppe in zwei Reihen aufstellen. Auf sein Kommando vollführten sie einen Luftsprung, um beim Landen die Elastizität des sechs bis acht Meter hohen Moores zu spüren, die sich wellenförmig fortsetzte und im Wasserloch Methan an die Oberfläche drückte. Eindrucksvoll war auch, wie sich die Natur die Moorflächen zurückholt, die durch den vor zwei Jahren wütenden Brand geschädigt waren. Die violetten Heidekrautflächen vermittelten schon einen Eindruck von der Heideblüte in den kommenden Wochen.

Nach zwei Stunden waren alle etwas geschafft wieder am Info-Zentrum. Louisa (12) und Laura Marie (14) aus Husberg, die mit ihren Eltern dabei waren und nicht gerade zur Altersgruppe der häufigen Moorbesucher zählten, meinten: „Eigentlich war es spannend. Wir dachten, es sei langweiliger.“

Rund 40 Führungen bieten die sieben ehrenamtlichen Moorführer im Jahr an. Anmeldungen sind unter Tel. 75 53 73 möglich.

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