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Gadeland : Spannender Blick in die restaurierte Mühle

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

42 Teilnehmer am geschichtlichen Rundgang nutzten die Gelegenheit, um Neues über Alt-Gadeland zu erfahren

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 09:00 Uhr

Geschichte und Geschichten aus Gadeland: Mit einem prall gefüllten Programm machten sich gestern 42 Interessierte auf, um unter der Leitung von Hobby-Historiker Wolfgang Wittchow (75) historische Gebäude in Gadeland zu entdecken.

Nach einem Bildervortrag von Wittchow in der Erlöserkirche berichtete Rolf Bubelach (75) über seine An- und Einsichten aus seiner Zeit als örtlicher „Postminister“. Hans Kohnert (82) steuerte mit „Bi Busch im Busch“ Erinnerungen an das alte Waldhotel und die Schulzeit bei. Und Reinhard Pries (67) sorgte mit „Bullenjagd in Gadeland“ für gute Unterhaltung beim Thema Großschlachterei Langholz, ebenso wie Hans Kohnert, der eine ähnliche Posse auf Plattdeutsch zum Besten gab. Viele Erinnerungen wurden ausgetauscht, und so manche damalige Zote noch einmal neu erzählt .

Aus ihrer Kindheit, von den Flüchtlingen und dem Leben im „Waldlager“ berichtete dagegen Christa Bünte. Für die heute 73-Jährige ist Gadeland zu ihrer zweiten Heimat geworden – und damit stand sie in der Gruppe wahrlich nicht allein.

Einen besonderen Höhepunkt des anschließenden Spaziergangs bildete die Besichtigung der Gadelander Mühle an der Segeberger Straße 32. Dort wurde die Gruppe von Besitzer Adolf Wendt (83) und seinem ältesten Sohn Adolf (60) empfangen. Mit großem Eifer erklärten die beiden die Technik und das Müllerhandwerk, das seit 1892 von der Familie betrieben wurde. Der Großvater Adolf Fischer hatte die Leitung bis 1953 inne. Bis 1970 führte dann Adolf Wendt gemeinsam mit seiner Frau Melitta den Betrieb zur Herstellung von Brotschrot (für Schwarzbrot) weiter. Danach standen die Mühlsteine viele Jahre still. „Es hat sich einfach nicht mehr gelohnt, in neue Technik zu investieren“, erklärte dazu der Senior.

Doch zum 80. Geburtstag im Jahr 2010 machten die Söhne Adolf (60), Karsten (59), Heinz (57), Dirk (56) und Sönke (48) dem Jubilar eine große Freude. Sie restaurierten ihm das erste Stockwerk der Mühle als Geschenk. Heute wird die Mühle, die mittlerweile komplett wieder hergerichtet ist, ausschließlich von der Familie genutzt. Für öffentliche Besichtigungen steht sie nicht zur Verfügung.

„Die Mühle ist unser ganz privates Hobby“, so kommentierten es die beiden Adolfs schmunzelnd. Deshalb freuten sich die Besucher auch umso mehr, dass sie einmal einen Blick in dieses historische Gadelander Kleinod werfen durften. „Nachbar“ auf dieser Seite

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