Späte Ehrung für Mona Barthel

Eine starke Sportlerin aus einer starken Stadt: Oberbürgermeister Olaf Tauras (links) und Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth überreichten gestern Abend Mona Barthel die Sportplakette. Foto: haupt
Eine starke Sportlerin aus einer starken Stadt: Oberbürgermeister Olaf Tauras (links) und Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth überreichten gestern Abend Mona Barthel die Sportplakette. Foto: haupt

22-jähriger Tennisprofi erhält die Sportplakette in Bronze / "Ich bin stolz, Neumünsteranerin zu sein"

shz.de von
09. November 2012, 03:59 Uhr

Neumünster | Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Mit zehn Monaten Verspätung wurde Neumünsters Tennisprofi Mona Barthel gestern Abend nachträglich von Oberbürgermeister Olaf Tauras mit der Sportplakette in Bronze ausgezeichnet. Da Barthel im Januar bei der regulären Sportlerehrung der Stadt Neumünster aufgrund einer Turnierreise nicht anwesend sein konnte, nutzte der Oberbürgermeister jetzt kurzerhand einen Heimaturlaub der Spitzensportlerin, um die Ehrung nachzuholen. "Es hat sich für sie ja gelohnt, im Januar zu schwänzen", witzelte Tauras, "immerhin haben Sie zeitgleich in Australien Ihr erstes WTA-Turnier gewonnen."

Beim Einzeltermin in seinem Amtszimmer nutzte Tauras die Gelegenheit, das Aushängeschild des Neumünsteraner Tennissports einmal persönlich kennen zu lernen. "Viele Neumünsteraner sind ganz stolz, wenn sie morgens in der Zeitung oder im Radio von ihren Erfolgen hören. Da sagt sich jeder: Das ist eine von uns", sprach Tauras Barthel die Anerkennung der ganzen Stadt aus. Doch auch Barthel, die noch bei ihren Eltern in Tungendorf wohnt, zeigte sich stolz, dass ihr Weg daheim mitverfolgt wird. "Ich bin stolz, Neumünsteranerin zu sein", bedankte Barthel sich freundlich und erwies sich dabei als echter Medienprofi. Natürlich ist so ein Satz vorhersehbar. Aber die 22-Jährige - das ist deutlich zu spüren - meint es ernst. "Ich fühle mich immer wieder wohl und tanke Energie, wenn ich zu Hause bin, hier in der Blauen Halle trainiere und mein normales Umfeld habe", erklärt Barthel, die den Großteil des Jahres in der Weltgeschichte unterwegs ist.

Die vier Grand-Slam-Turniere gehören längst zu ihren Pflichtterminen. Nachdem sie im Januar in Hobart (Australien) ihren ersten WTA-Titel einstrich und im direkten Anschluss bei den Aus tralian Open in Melbourne erstmals die dritte Runde eines Grand-Slams erreicht hatte, kletterte sie in der Weltrangliste zwischenzeitlich bis auf Rang 31. Ein weiterer Höhepunkt war die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Da Andrea Petkovic verletzungsbedingt ausfiel, wurde Barthel kurzfristig von der Teamchefin der Deutschen, Barbara Rittner, nachnominiert. Barthel überraschte die Nachricht mitten bei einem WTA-Turnier in Schweden - und wieder jettete sie durch Europa.

Es bleibt spannend, wie die steile Laufbahn der jungen Neumünsteranerin weitergeht. "Ich würde mich freuen, wenn wir uns in einen Jahr wiedersehen", verabschiedete sich Barthel von Tauras. Obwohl sich die Geehrte ohnehin ihrer Heimat verbunden zeigte, wollte Tauras noch einmal sicher gehen - und überreichte ihr neben den Auszeichnungen die Neumünsteraner Stadtgeschichte. "Damit Sie in den Hotelzimmern dieser Welt immer etwas zu lesen haben", so Tauras.

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