Schulausschuss : Sozialarbeit an den Schulen ist unverzichtbar

Die Freiherr-vom-Stein-Schule an der Schillerstraße gehört zu den Schulen, die von der Arbeit der Schulsozialarbeiter profitieren.
Die Freiherr-vom-Stein-Schule an der Schillerstraße gehört zu den Schulen, die von der Arbeit der Schulsozialarbeiter profitieren.

Das Problem: Ende 2014 läuft die Förderung des Bundes aus

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23. November 2013, 06:00 Uhr

Seit knapp zwei Jahren unterstützen 16 Sozialarbeiter die pädagogische Arbeit an den Schulen der Stadt. „Wir sind froh, sie zu haben. Die Rückmeldungen von den Schulen und Eltern sind durchweg positiv“, machte der bei der Stadt zuständige Abteilungsleiter Thomas Wittje am Donnerstag im Schul-, Kultur- und Sportausschuss deutlich.

Auf der Sitzung in der Walther-Lehmkuhl-Schule berichteten Heike Golz, Stefanie Grams, Urszula Steinhagen und Marco Henner aus ihrer alltäglichen Praxis. Die ist geprägt von Einzelfallhilfen und der Entwicklung von Helferstrukturen für Schüler, Lehrer und Eltern. Stefanie Grams nannte als Beispiele Klassenräte, Elterntreffs und die Ausbildung von Streitschlichtern, Handy- und Medienscouts. Marco Henner berichtete von der Arbeit mit Schulverweigerern, die oft ein ganz individuelles und auch unkonventionelles Vorgehen erfordere.

Fast alle Schulsozialarbeiter betreuen mehrere Schulen. „Darunter leidet die Kontinuität der Arbeit“, sagte Heike Golz, die mit der Fröbelschule und der Grundschule an der Schwale drei Standorte zu versorgen hat. Die erfolgreiche Arbeit ist allerdings grundsätzlich gefährdet: Die Schulsozialarbeit wird aus dem Bildungspaket des Bundes finanziert, und diese Förderung läuft Ende 2014 aus.

„Die Frage ist: Wie geht es weiter? Die Schulsozialarbeit ist notwendig und sinnvoll“, sagte der Ausschussvorsitzende Bernd Delfs. Er könne sich nicht vorstellen, diese Stellen wieder abzuschaffen. Schulrätin Liske Salden richtete einen eindringlichen Appell an die Kommunalpolitiker: „Die Arbeit der Schulsozialarbeiter ist unentbehrlich. Sie muss unbedingt über 2015 hinaus erfolgen.“

Thema im Ausschuss war auch der Vertragsentwurf zwischen der Stadt und dem Kreissportverband (KSV) über die Sportförderung im kommenden Jahr. Er sieht Kürzungen, etwa bei den Investitionsbeihilfen für die Vereine und den Übungsleiterentschädigungen, in Höhe von 142 500 Euro vor. In den Jahren 2011 bis 2014 beliefe sich damit der Beitrag des Sports zur Haushaltskonsolidierung auf insgesamt 313 000 Euro.

„Der Sport leistet seinen Beitrag, aber er darf nicht kaputt gespart werden“, mahnte der KSV-Geschäftsführer Manfred Utech. Er bat, zumindest die Erhöhung der Eigenbeteiligung der Schwimmvereine im Bad am Stadtwald um 8300 Euro zu überdenken. Die Stadt spare Beiträge, weil die Traglufthalle zurzeit nicht genutzt werden kann. Da sei nur recht und billig, die Vereine um diesen Beitrag zu entlasten. Utech: „Die Vereine sind an der Schmerzgrenze. Uns laufen die Mitglieder weg.“ Doch das lehnte der Ausschuss ab. Delfs: „Das Bad am Stadtwald macht keine Gewinne, sondern fährt jedes Jahr drei Millionen Euro Verlust ein.“ Der Sportdezernent spare etwas Geld ein, doch das müsse der Finanzdezernent über einen höheren Verlustausgleich bezahlen.

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