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Holsteinischer Courier

27. September 2017 | 00:00 Uhr

Latendorf : Sorge um die Stabilität der Wälder

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Forstbetriebsgemeinschaft Bad Segeberg zog in Braak ihre Jahresbilanz. Kritik an der Aufforstung per Gesetz.

Latendorf | Die Waldbauern, die der Forstbetriebsgemeinschaft Bad Segeberg angehören, können sich
mit 4500 Festmetern Stammholz sowie 14 500 Raummeter Industrieholz über einen guten Ertrag aus dem Vorjahr freuen. Ebenfalls stabil und auf ordentlichem Niveau bleiben die Holzpreise für Fichte, Lärche und Sitkafichten in diesem Quartal.
Das wurde jetzt auf der Jahreshauptversammlung der Gemeinschaft in Braak bekannt.

Sorge bereitet den Forstbesitzern jedoch weiterhin das geplante neue Landeswaldgesetz. Darin wird unter anderem für Aufforstungen „ein hinreichender Anteil standortheimischer Baumarten“ gefordert. Die Holzbauern fürchten, dass die Einschränkung bei der Baumartenwahl negative Folgen für sie haben könnte. „Wir dürfen dann zum Beispiel praktisch keine Fichten mehr anpflanzen. Doch 90 Prozent des in Schleswig-Holstein eingeschlagenen und erfolgreich vermarkten Materials sind Nadelhölzer. Außerdem fürchten wir um die Stabilität der Wälder, denn die heimischen Arten sind unter anderem weniger trockenresistent als zum Beispiel die aus Nordamerika stammende Douglasie“, erklärte der Vorsitzende Peter Seefeldt.

Mit heimischen Baumarten seien vor allen Dingen Laubhölzer wie Eiche und Esche gemeint. Doch der schlechte Zustand der vorhandenen Bestände lasse darauf schließen, dass sich der Klimawandel bei diesen Bäumen bereits deutlich bemerkbar mache. Deshalb bleibe fraglich, ob die im Gesetzentwurf geforderte Baumartenauswahl letztlich wirklich zielführend sei, erläuterte er weiter.

Zu den Tätigkeiten der Betriebsgemeinschaft teilte Peter Seefeldt außerdem mit, dass 36 Hektar Wald wieder aufgeforstet wurden.

Auf 49 Hektar wurde finanziell geförderte Kultursicherung betrieben. Und weitere 24 Hektar Forsten wurden ohne Fördergelder bewirtschaftet.

Außerdem erfolgten auf
34 Hektar Läuterungsarbeiten in 15- bis 25-jährigen Laubholzbeständen. Die
für dieses Jahr geplante
Bodenschutzkalkung musste
allerdings aufgrund der fehlenden Fördergelder auf das Jahr 2017 verschoben werden. 


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