Holstenköste : Sonne macht die Stadt zur Partymeile

Schaukeln extrem: Im Fahrgeschäft Jumper auf dem Großflecken hatten vor allem die jungen Köstenbesucher ihren Spaß.  Foto: Fotos: Voiges
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Schaukeln extrem: Im Fahrgeschäft Jumper auf dem Großflecken hatten vor allem die jungen Köstenbesucher ihren Spaß. Foto: Fotos: Voiges

Das befürchtete Gedrängel auf dem abgespeckten Stadtfest blieb aus. Junge Leute vermissen mehr Angebote für Jugendliche.

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10. Juni 2013, 11:12 Uhr

Neumünster | Na also, geht doch: Nach drei eher durchwachsenen Kösten durften die Neumünsteraner am Wochenende endlich wieder eine wahre "Sonnenköste" feiern. Rund 200 000 Besucher aus Stadt und Region - 20 000 mehr als im Vorjahr - kamen nach offiziellen Angaben in die Stadt, um sich an vier regenfreien und sonnigen Tagen zwischen Rathaus, Kieler Straße und Rencks Park sowie zahlreichen Außenstationen zu amüsieren.
Das neue Köstenkonzept auf verkleinerter Fläche kam dabei offenbar gut an, das von vielen befürchtete Gedrängel in der Innenstadt blieb aus. Die Verlagerung des Musikgeschehens von sieben auf nur noch vier zentrale Bühnen wurde weitgehend angenommen. An allen vier Bühnen herrschte fast durchweg reges Treiben.
Selbst die etwas abseits liegende neue Folklore-Bühne im Innenhof des Rathauses konnte sich über mangelnden Zuspruch nicht beklagen "Es gilt noch, ein paar Kinderkrankheiten abzustellen, aber wir sind mit dem neuen Standort durchaus zufrieden", widersprach Bühnenorganisator Reiner Heitmann gestern Unkenrufen, der Raum am Rathaus sei zu schattig und zu zugig.
Auch Gastronom und Mitorganisator Reiner Kuck, der im vergangenen Jahr noch die jetzt gestrichene Hinterhof-Bühne bei Arko bespielt hatte, zog eine insgesamt positive Bilanz: "Viele vermissen den Charme der Hinterhofbühne, aber der Großflecken ist eine echte Alternative mit anderen Vorzügen, etwa dem weiten Raum", betonte Kuck: "Ich hatte Gänsehaut, als ich von der Bühne hinab die Leute bis zum Riesenrad zurück tanzen gesehen hab!"
Auch Polizei und Sanitätsdienste zogen ein erfreuliches Fazit: Trotz des durchweg warmen Wetters, das üblicherweise den Alkoholpegel in die Höhe treibt, ging die Holstenköste 2013 im Vergleich zu ihren Vorgängern außergewöhnlich friedlich über die Bühne: Die Polizei verzeichnete rund 60 Einsätze, meist im Zusammenhang mit Betrunkenen. Elf Mal gab es Platzverweise gegen Störer, 2012 waren es noch 31. Es gab 16 Strafanzeigen wegen Körperverletzung, aber auch wegen Diebstahls und in einem Fall wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte (2012: 22 Anzeigen). Vier Personen wurden wegen Trunkenheit und oder Hilflosigkeit vorsorglich in Gewahrsam genommen. (10 in 2012).

Facebook-Umfrage: Zu viel Musik für alte Leute?
Kommt die Köste etwa in die Jahre? Wer herausfinden will, wie die Holstenköste bei jüngeren Semestern ankommt, bekommt bei Facebook ein - nicht repräsentatives - Meinungsbild. Der Courier ließ dort abstimmen, wie das neue Köstenkonzept ankommt und gab vier Antwortmöglichkeiten vor: A: "Kleiner, aber feiner. Ein bisschen mehr Niveau . Ich fands gut." B: "Köste halt, irgendwie wie immer." C: "Früher war es besser, aber ich hatte trotzdem meinen Spaß." und D: "Zu viel Musik für alte Leute. Ich will Hinterhof und Köstenrock".
Das für die Macher wenig schmeichelhafte Ergebnis: Die überwältigende Mehrheit, 117 Personen, wünscht sich Hinterhof-Bühne und Köstenrock zurück (Antwort D). Für A stimmten nur 13, für Antwort B 17 und für C immerhin noch 56 Nutzer der Internetplattform (Stand: Sonntagabend, 20Uhr).
Auch die Facebook-Kommentare gehen in dieselbe Richtung: "Nichts an Musik für junge Leute", beklagt etwa Mona Gorchen. Und Nicole Marx meint: "Das war leider nicht die Köste, die ich kenne - ohne Karstadt-Parkplatz und Hinterhof: Gefällt mir nicht!"

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