zur Navigation springen

Pro und Contra : Soll die Polizei Graffiti-Sprayer mit dem Hubschrauber verfolgen?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Christina Norden und Dörte Moritzen diskutieren die Frage in einem Pro und Contra.

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2014 | 05:00 Uhr

Pro: Bei einem Hubschrauber-Einsatz denkt man gleich an die schlimmsten Szenarien: Ein schwerer Verkehrsunfall, vermisste Kinder, ausgebrochene Gefängnisinsassen. Kein Wunder, dass sich viele Neumünsteraner nach dem Einsatz am Sonntagmorgen  Sorgen machten. Dass der Hubschrauber  nach flüchtigen Graffiti-Sprayern suchte, klingt im ersten Moment  verwunderlich. Muss denn wegen ein paar Schmierfinken  halb Neumünster aus dem Schlaf gerissen werden? Ja, denn die Graffiti-Sprayer befanden sich in Lebensgefahr! Wer den Oberleitungen zu nahe kommt, kann einen tödlichen Stromschlag erleiden. Dort beträgt die Spannung bis zu 15.000 Volt. Außerdem ist nicht vorhersehbar, wann welche Waggons rangiert werden, und herannahende Züge können nun mal nicht ausweichen. Es stimmt, die Graffiti-Sprayer haben sich selbst in diese lebensgefährliche Situation gebracht. Trotzdem ist es die Pflicht der Polizei, sie zu retten – egal zu welcher Uhrzeit und notfalls auch per Hubschrauber. Christina Norden

Contra: Mit einem Hubschrauber auf Sprayer-Jagd – alle Achtung! Das ist sportlich, wenn nicht gar ein wenig überdimensioniert. Denn in erster Linie sind Graffiti erst einmal eine Sachbeschädigung, auch wenn diese Schmiererei die Bahn sicherlich jedes Jahr eine Stange Geld kostet. Nun argumentieren die Verantwortlichen damit, dass am Sonntagmorgen Menschenleben – nämlich die Sprayer selbst – in Gefahr gewesen sind. Sicherlich sollte in diesem Moment alles getan werden, um sie zu retten. Doch ist dann tatsächlich ein Hubschrauber die erste Wahl? Birgt die Lautstärke des Helikopters nicht vielmehr erst recht die Gefahr, dass die jungen Leute im Gleisbett herannahende Züge nicht mehr hören? Und versetzt der knatternde Riesenvogel die fliehenden Sprayer nicht um so mehr in Panik und treibt sie über die Schienen? Die Verantwortlichen sollten die Wahl der Mittel unbedingt noch einmal überdenken, zumal am Sonntagmorgen um 4 Uhr auch in Neumünster noch so mancher schläft. Dörte Moritzen

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen