Tierpark : Solide Handwerkskunst im Tierpark

Konzentriert bei der Arbeit: Ulrike Bielefeldt (von links), Kirsten Lohmüller, Reni Hamann und Ingo Mitzloff stellten Garn aus Wolle her. Auch aus den Haaren von Samoyede Mancu (5, im Hintergrund) ließ sich leicht Garn spinnen.
1 von 2
Konzentriert bei der Arbeit: Ulrike Bielefeldt (von links), Kirsten Lohmüller, Reni Hamann und Ingo Mitzloff stellten Garn aus Wolle her. Auch aus den Haaren von Samoyede Mancu (5, im Hintergrund) ließ sich leicht Garn spinnen.

Gut 2000 Besucher nutzten den Pfingstsonntag zu einem lehrreichen Besuch an der Geerdtsstraße. Altes Handwerk und Maschinen faszinierten die Gäste.

shz.de von
10. Juni 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Wer am Pfingstsonntag nicht nur die Sonne genießen, sondern auch etwas Lehrreiches erleben wollte, der machte sich auf in den Tierpark: Knapp 2000 Besucher nutzten den „Erlebnistag“ an der Geerdtsstraße und ließen sich von einem ausgefallenen Programm mit Wissenswertem aus Tierwelt, Kunst und Kultur verwöhnen.

Holzkünstler Alexander Feldhinkel stellte mit Hammer und Stecheisen tierische Holzfiguren her und ließ sich dabei über die Schultern schauen. Zahlreiche seiner Werke sind derzeit im ganzen Tierpark ausgestellt.

Rund um den Geestbauernhof wurde gefilzt und gesponnen. Ulrike Bielefeldt, Kirsten Lohmüller, Reni Hamann und Ingo Mitzloff vom Tungendorfer Spinnkreis zeigten den interessierten Besuchern, wie sie aus verschiedenster Wolle feinstes Garn produzieren. „Wir arbeiten aber nicht nur mit Schafwolle“, verriet Ulrike Bielefeldt, die Leiterin des Spinnkreises, und schaute dabei auf den wuscheligen Mancu, einen fünfjährigen Samoyeden. „Das Fell dieser Hunderasse eignet sich sehr gut zum Spinnen“, verrieten die Fachleute den staunenden Zuschauern.

Einen Stand weiter durften die Besucher selbst Hand anlegen. „Mit Hilfe von Seifenwasser filzen wir kleine Kugeln aus Schafwolle“, erklärten Melanie und Marco Plautz aus Schacht-Audorf, die mit ihren Töchtern Michelle (5) und Antonia (8) nach Neumünster gekommen waren. Die Filzkugeln verarbeiten sie anschließend zu kleinen Filztieren weiter. Die Besucher durften sie als kleine Andenken mit nach Hause nehmen.

Eine Traube wissbegieriger Besucher bildete sich auch um den Stand von Imker Klaus Burmeister, der seine fleißigen Helfer vorstellte: „Seit 1973 unterhalte ich die Bienenstöcke im Neumünsteraner Tierpark“, erklärte er. Er beschrieb den Zuhörern, wie er Bienen kennzeichnet, wie die Königinnen künstlich besamt werden oder wie eine neuer Bienenstaat gegründet wird.

„Den Aktionstag nutze ich auch, um Probleme aufzuzeigen, etwa über die Folgen der Blütenarmut in Deutschland oder die Gefährdung der Bienenvölker durch Parasitenbefall aufzuklären“, sagte der Imker. „Es ist sehr interessant, was man hier erfährt. Ich hätte nie gedacht, dass die Imkerei derart aufwändig ist“, staunte Besucherin Michaela Voß aus Einfeld.

Besonders laut und staubig war es wieder an der Bühne am Teich des Tierparks. Wie schon im vergangenen Jahr beteiligte sich auch diesmal wieder die Interessengemeinschaft historischer Landmaschinen Wankendorf-Bokhorst am Erlebnistag. Viele ihrer alten, topgepflegten Fahrzeuge hatten sie mitgebracht und zur Schau gestellt. Besonders aufsehenerregend war auch der imposante Kombinus – eine Dreschmaschine und Strohpresse in einem. Mit der knapp 80 Jahre alten Maschine stellten die Männer der Interessengemeinschaft kleine Strohballen her.

„Wir sind zufrieden mit dem Erlebnistag. Obwohl es sehr heiß war und zeitweise Regen einsetzte, kamen viele Menschen zu uns“, zog Tierparkchefin Verena Kaspari eine insgesamt positive Bilanz.


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert