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Boostedt : Soldaten spielten für die Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Marinemusikkorps Kiel sammelte 2065 Euro für Boostedts Flüchtlinge ein. Viele Syrer dankten für ihre freundliche Aufnahme in der Gemeinde.

Boostedt | „Erstmals mussten wir ohne die Soldaten aus der Rantzau-Kaserne das Konzert mit dem Marinemusikkorps Kiel organisieren“, erklärte Boostedts Bürgermeister Hartmut König den 413 zahlenden Zuhörern und den rund 150 Flüchtlingen auf der Tribüne beim Standortkonzert am Mittwochabend in der Sigfried-Steffensen-Sporthalle. Insgesamt kamen 2065 Euro für die Flüchtlingsarbeit in der Gemeinde zusammen.

König dankte den vielen Helfern und gab das Wort dann an drei junge Syrer weiter. Sie stellten sich kurz vor und lobten die freundliche Aufnahme in Boostedt sowie die zahlreichen Aktivitäten, die ihnen geboten werden. Mit Sätzen wie „Ich bin froh, dass sie uns helfen“, „Ich weiß nicht, wie ich ihnen danken soll“ oder „Wir fühlen uns hier sicher“ drückten sie ihre Dankbarkeit aus.

Anschließend trat Kapitänleutnant Andreas Siry ans Mikrofon. Er übernahm für den erkälteten Dirigenten, Fregattenkapitän Friedrich Szepansky, die Moderation. Mit dem „Hoch- und Deutschmeister-Regimentsmarsch“ begann das Konzert, das in diesem Jahr unter dem Motto „60 Jahre Bundeswehr – alles Marsch, oder was?“ stand. Die sechs Jahrzehnte der Bundeswehr von 1955 an wurden musikalisch durchschritten. Besonders erfreute die Zuhörer der „Komödianten-Galopp“ von Dmitri Kabalevsky mit Hauptbootsmann Alexander Birkholz am Xylophon sowie die Marsch-Trilogie (Graf Luckner – Dessauer – Silbercondor), bei der Hauptbootsmann Alexander Albietz an der Trompete für Begeisterung sorgte. Mit dem Finale der 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven ging es in die Pause.

Hartmut König nutzte sie und übergab einen symbolischen Scheck an Hauptmann Gerhard Hansen für das Sodatenhilfswerk, Aileen Alfs-Kollbaum (Boostedter Schule) und Hartmut David (Kindergarten). Doch man war sich einig: In diesem Jahr soll das Geld den Kindern der Flüchtlinge zugute kommen. „Es soll für die Kinderbetreuung in der Erstaufnahme verwandt werden“ so der Bürgermeister.

Der Hauptpreis der Tombola ging nach Neumünster an Monika Schlemmer. Zu Beginn des zweiten Teiles des Konzertes ergriff zunächst ein weiterer Syrer das Wort und erklärte den Flüchtlingen auf arabisch den Sinn des Wohltätigkeitskonzertes. Die Musiker erfreuten die Besucher dann mit Stücken wie „Time Square“ von Leonard Bernstein oder „C’est si bon“ von Henri Betti. Bei der Ansage des Titels „Gruß an Kiel“ ging ein Raunen durch das Publikum, und es wurde mitgeklatscht. Als letztes Stück luden die Musiker zu einer „Rock’n roll Party“ ein, und die Anwesenden bedankten sich mit tosendem Applaus. „Ohne Zugabe können wir sie nicht gehen lassen“, meinte Boostedts Bürgermeister, und so verabschiedete sich das Marinemusikkorps Kiel mit dem Stück „Lily Marleen“.

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