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Grossübung : Soldaten probten mit der Feuerwehr den Ernstfall

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Reservisten halfen bei der Bergung von Verletzten nach einer inszenierten Staubexplosion in Einfeld. Einsätze der Soldaten bei schweren Unglücken möglich.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2014 | 05:30 Uhr

Neumünster | Aufgeregt rennt Henning Wulf auf die Straße. Auf dem Hof des Landwirts am Schönbeker Weg hat es gerade eine schwere Verpuffung gegeben. Vier seiner Mitarbeiter waren in einer Lagerhalle am Holzsägen, als es zu der Staubexplosion kam und eine Stichflamme das Gebäude in Brand setzte. In Panik laufen zwei verletzte Arbeiter vom Brandort weg, zwei weitere liegen ebenfalls verwundet im starken Rauch. Die von Wulf alarmierte Freiwillige Feuerwehr Einfeld ist wenige Minuten später vor Ort. Doch nicht nur das Löschfahrzeug biegt auf seinen Hof, auch zwei Kleinbusse der Bundeswehr sind dabei. Erstmals unterstützten am Dienstagabend Soldaten der Regionalen Initiative von Reservisten in Mittelholstein bei einem gespielten Brand-Szenario die Feuerwehr.

Die Übung hat einen ernsten Hintergrund: 2012 wurde die Initiative in Dienst gestellt. Seitdem dürfen die Reservisten bei Naturkatastrophen und besonders schweren Unglücken die Rettungskräfte und Katastrophenschützer unterstützen. „Das gilt zum Beispiel auch bei Moorbränden wie 2011, als alle Helfer am Rande der Erschöpfung waren. Leider waren uns damals noch die Hände gebunden“, sagte Detlef Neubauer, Geschäftsführer der Initiative.

Damit die rund 20 Mitglieder aus Neumünster, Elmshorn, Kiel und dem Umland im Ernstfall tatsächlich Aufgaben übernehmen können, müssen sie trainieren. „Es kommt vor allem auf die Kommunikation an“, erklärte Detlef Tanneberger, Fachwart Leistungsbewertung im Stadtfeuerwehrverband. Er hatte die „schon recht anspruchsvolle Übung“ am Dienstag ausgearbeitet und mimte mit Christian Nohrden, Karsten Welke und Gerhard Rose auch die „Opfer“.

Die Bilanz von Reservisten-Zugführer Arne Oldenburg und Einfelds Wehrführer Jens Stäcker fiel am Ende positiv aus: „Fürs erste Mal hat es bis auf Kleinigkeiten gut geklappt“, sagten beide.

Kommentar:

Wichtige Reserve

Im Ernstfall erreichen  sie den Unglücksort meist erst nach Stunden. Doch die Soldaten der Regionalen Initiative von Reservisten bilden  einen wichtigen Rückhalt für die Retter von Feuerwehr, Hilfsdiensten und Katastrophenschutz. Sie sind  gut ausgebildet, motiviert und   für unterstützende Tätigkeiten oder zur Ablöse  optimal einsetzbar. Über die Bundeswehr  können sie  zudem bei Bedarf schnell weitere Helfer abrufen.  Neumünster braucht  diese  zivil-militärische Zusammenarbeit! Der Moorbrand 2011 hat es gezeigt: Selbst bei einer starken Feuerwehr sind die Kräfte irgendwann am Ende. Gut, wenn es dann noch frische Reservisten gibt.

   
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