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Padenstedt : Solarpark zum zweiten Mal abgelehnt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Natur geht vor: Die Padenstedter wollen keinen Solarpark in ihrem Dorf haben. 35 Bürger hörten bei der Gemeindevertretersitzung zu.

Es bleibt dabei: Der Bebauungsplan „Sondergebiet Solarpark Padenstedt“ ist nicht nach dem Geschmack der Padenstedter Ortspolitiker. Schon im März war das Projekt vom Gemeinderat nach kontroverser Debatte einstimmig abgelehnt worden. Auf der Sitzung vorgestern Abend sprach sich eine Mehrheit um Bürgermeister Carsten Bein (WGP) erneut dagegen aus.

Nur 5 von 13 Mandatsträgern waren bereit, die alte Beschlusslage zu kippen. Das Abstimmungsergebnis entsprach dem Meinungsbild der rund 35 Zuhörer. Ein Hauptargument war, dass in der Gemeinde Umwelt und Natur erhalten bleiben sollen.

In der Hoffnung auf eine Korrektur des alten Beschlusses nahmen diesmal erstmalig Hans-Werner Püttjer von der Schweriner Investorengesellschaft und Carsten Wiele von der beratenden W2-Ingenieurgesellschaft aus Hohenwestedt an der Entscheidungsrunde teil, um das Vorhaben ausführlich zu erläutern und Fragen zu beantworten. Das war nach Aussage von Hans-Werner Püttjer bei der ersten Sitzungsrunde ausdrücklich seitens des damaligen Bürgermeisters Walter Beckmann nicht gewollt.

Trotz mehrerer Vorgespräche solle Beckmann darauf bestanden haben, das Entwurfskonzept für die Aufstellung einer Photovoltaikanlage innerhalb der Gemeindegrenzen an der A 7 in Höhe der Abfahrt Neumünster-Süd in Richtung Flensburg auf einer Fläche von zehn Hektar ohne die Antragsteller in der März-Sitzung vorstellen zu wollen. Das ist auch geschehen.

In einem Schreiben an das Amt Mittelholstein nach der ersten Sitzung im März, datiert vom 8. April, erläutert dazu Püttjer, dass Beckmann bei den Vorgesprächen signalisiert habe, dass das Planungsvorhaben grundsätzlich in der Gemeinde tragfähig wäre. Die Investoren gingen aufgrund dieser Einschätzung in Vorleistung. Sie sicherten sich vertraglich den Landkauf und vergaben Planungsaufträge an das Ingenieurbüro in Hohenwestedt. Püttjer sprach von einer „hohen Summe im fünfstelligen Bereich“. Im Nachhinein, so der Investor im Schreiben, scheine dies jedoch eine Fehleinschätzung des damaligen Bürgermeisters gewesen zu sein.

Mit der Einladung zur Sitzung nutzten Püttjer und Wiele nun ihre Chance, den Solarpark vorstellen zu können. Demnach handelt es sich um ein Vorhaben, das nicht über Fördergelder nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz subventioniert wird. Der Strom soll auf dem direkten Weg zu Abnehmern in der Wirtschaft und auch Privathaushalten kommen. Dafür soll eine Gesellschaft mit Sitz in Padenstedt gegründet werden. Vorteilhaft wäre für die Padenstedter, dass sich die Kommune weitere Gewerbesteuern sichern könnte. Vorausgesagt wurde eine Gewerbesteuerpflicht von jährlich etwa 350 000 Euro. Die Investoren wollten in den Solarpark rund fünf Millionen Euro investieren.

Zum zweiten Nein der Gemeindevertretung sagte Püttjer, dass er es „bedauerlich findet, dass der Präsentation des Vorhabens nicht mehr Zeit eingeräumt wurde“. Auf Nachfrage zur Vorgeschichte erklärte Bürgermeister Carsten Bein, damals Vorsitzender des Bauausschusses, dass das Investorenschreiben nicht das widerspiegelt, was den Kenntnisstand der Ortspolitiker betraf. Mit anderen Worten: Obwohl über das Thema in den Fachausschüssen zwar stets im nicht öffentlichen Teil gesprochen wurde, treffe der erweckte Anschein, Walter Beckmann sei im Alleingang tätig geworden, nicht zu.

Außerdem wurde auf der Sitzung der Gründung einer Kinderfeuerwehr (der Courier berichtete) für Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren zugestimmt. Weiter will die Gemeinde dem Wunsch von Eltern entsprechend bei der Verkehrsaufsicht des Kreises Rendsburg-Eckernförde für die Störstraße eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer beantragen. Und schließlich wurde die Gemeindewahl vom Mai für gültig erklärt.




















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erstellt am 22.Sep.2013 | 09:00 Uhr

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