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Holsteinischer Courier

20. Oktober 2017 | 04:16 Uhr

Theater : So spinnefeind – und so amüsant

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Theatergruppe des TSV Gadeland in Hochform: Streitsüchtige Nachbarn auf der Bühne brachten 250 Gäste zum Lachen

von
erstellt am 13.Dez.2013 | 08:00 Uhr

„Wenn man ers anfang to snacken, geiht de schönste Striet in Dutt.“ Ein wenig Wehmut klang schon mit, als Fritz Pingel alias Rolf Bubelach am Schluss der Vorstellung einsehen musste, dass die Feindschaft zwischen den Pingels und den Poppens von nebenan nun endgültig begraben sein würde. Schließlich liebt Fritz Pingel Wortgefechte. Jeden Gesprächspartner bringt er mit kruden Ansichten und Sturheit auf die Palme. Mal hintersinnig und leise, dann wieder drastisch und derb, aber immer zum größten Vergnügen des Publikums.

250 Gäste waren am Mittwochabend zur einzigen öffentlichen Vorstellung der Theatergruppe vom TSV Gadeland gekommen, um sich den Einakter „De schöne Striet“ von Rinje Bernd Behrends anzusehen. Die plattdeutschen Laienschauspieler des Sportvereins bringen seit über 65 Jahren jeweils um die Weihnachtszeit ein Theaterstück auf die Bühne, das ihnen von Jahr zu Jahr mehr Zuschauer beschert. Am Mittwochabend mussten kurz vor Beginn der Vorstellung in der Gadelander Grundschule sogar noch Stühle aufgestellt werden – so groß war der Andrang.

Und die Gäste wurden nicht enttäuscht. Wieder einmal bewiesen die sieben Schauspieler rund um die Regisseurin Erika Dehn und die Souffleuse Elfriede Göttsch ihr schauspielerisches Können und ihre Freude am plattdeutschen Wortwitz. Wenn etwa Fritz Pingel, sehr überzeugend gespielt von Rolf Bubelach, mit den Worten „den hebt se wohl den Bregen klaut“ am Verstand seines Nachbarn Franz Poppen zweifelte, blieb im Publikum kein Auge trocken.

Zwischen den Familien Pingel und Poppen herrscht nämlich seit über 100 Jahren Streit. Und dass das auch so bleibt, dafür sorgen die beiden Alten. Fritz Pingel und Franz Poppen sind sich spinnefeind.

Aber Kinder und Enkel wollen davon nichts mehr wissen. Nach einigen Missverständnissen und etlichen Turbulenzen schließen die beiden Familien Frieden. Die ebenso einfache wie absehbare Geschichte ist also schnell erzählt.

Dass die Vorstellung zu keinem Zeitpunkt langweilig wurde, lag an den wunderbar amüsanten Dialogen und den tollen Schauspielern. Für ihre Darstellung der Magd Tusnelda Lappen erntete Sonja Repenning ebenso viel Applaus wie Edeltraut Marx als Anni Pingel.

Der Neuzugang der Truppe, Ilonka Wend als Marita Poppen, stand ihren männlichen Kollegen, Andre Beyer als Theo Pingel, Dieter Kieckbusch als Franz Poppen und ihrem Vater Dierk Wend als Hinni Poppen, in nichts nach.

Ein toller Theaterabend.


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