Rickling : So spannend ist der Wald

Auch das gehört zum Wald: Leon (11, von links), Muhammed (10) und Can (10, im Fahrzeug) waren sehr neugierig, was Forstwirt Rick Fieberg (25) über den Rückezug erzählen konnte.
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Auch das gehört zum Wald: Leon (11, von links), Muhammed (10) und Can (10, im Fahrzeug) waren sehr neugierig, was Forstwirt Rick Fieberg (25) über den Rückezug erzählen konnte.

Über 700 Schüler aus Neumünster sind bei den Jugendwaldspielen dabei.

shz.de von
16. Mai 2018, 11:00 Uhr

Rickling | „Das ist eine Douglasie, ihre Nadeln sind ganz weich. Eine Fichte ist pieksiger.“ Elina hat gut aufgepasst in dem besonderen Unterricht, den sie gestern zusammen mit ihren Klassenkameraden der Klasse 4b aus der Gartenstadtschule im Ricklinger Forst bekommen hat, denn bei den Jugendwaldspielen war die Zehnjährige ganz nah dran an der Flora und Fauna des deutschen Waldes.

„Es geht darum, die Kinder wieder mit dem Wald vertraut zu machen“, erklärte Gerd Riese. Er ist zweiter Vorsitzender der Schutzgemeinschaft deutscher Wald im Neumünsteraner Kreisverband, der zusammen mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten die „Jugendwaldspiele“ bereits im 45. Jahr organisiert. „Die Idee geht zurück auf den ehemaligen Wittorfer Konrektor Heinrich Weber und den Forstdirektor Heinrich Barfod. Die beiden haben schon damals eine Naturferne der Jugend festgestellt und wollten dem entgegen wirken“, erinnerte sich Gerd Riese. Das Konzept klappt noch heute, in diesem Jahr nehmen allein in der Försterei Rickling über 700 Schüler aus Neumünster an dem Naturerlebnis teil, gestern waren neben den beiden vierten Klassen aus der Gartenstadt auch die Viertklässler der Mühlenhofschule dabei.

„Unsere Kinder haben zu wenig Bezug zum Wald, obwohl sie auch während der Vorbereitungszeit schon ganz begeistert und voller Vorfreude waren“, schilderte Thomas Liebke, Klassenlehrer der Klasse 4b. In kleinen Gruppen durchstreiften die Schüler mit Waldkennern wie zum Beispiel Morten Husman das Gehölz. „Ich erkläre ihnen, wo man im Wald Radfahren darf, wie man Bäume bestimmt oder warum es Förster und Jäger gibt“, beschrieb der Forstwirt seine gestrige Lehreraufgabe.

Dabei ging es nicht darum, eine verklärte Heidi-Romantik zu vermitteln, wie Naturpädagogin Britta Gehlhaar von den Landesforsten deutlich machte: „Wir wollen keine ‚heile Welt‘ darstellen, sondern neben der Schönheit des Waldes auch den Nutzungsgedanken erklären.“ Das fanden einige Jungs besonders spannend, der Gartenstädter Can (10) weiß jetzt: „Die Schutzausrüstung ist für Waldarbeiter ganz wichtig.“

Am Ende konnten die Kinder ihr Wissen testen und einen Fragebogen ausfüllen. Auch wenn Elina jetzt weiß, dass das FSC-Zeichen den Wald als verantwortungsvoll genutzt zertifiziert, steht für die Schülerin etwas anderes im Vordergrund: „Ich bin ein Waldmensch. Ich genieße die Geräusche, die schönen Farben und die Ruhe hier sehr.“


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