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Holsteinischer Courier

25. November 2017 | 01:20 Uhr

Boostedt : „So sollte ein Bahnhof sein!“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die kleine Station bekam von der Landesverkehrsservicegesellschaft beste Noten. Der Prüfer fand keine Mängel.

Boostedt | „Der Bahnhof in Boostedt ist vorbildlich.“ Das sagt Sven Jagdhuhn und kann das ausführlich belegen. Seit 2001 nimmt er im Auftrag der Landesverkehrsservicegesellschaft (LVS) unabhängige Qualitätsprüfungen an Bahnhöfen vor. Es gibt in Schleswig-Holstein 173 Bahnhöfe, alle hat Jagdhuhn begutachtet, aber nur einen ohne Makel entdeckt: „Ich habe am Boostedter Bahnhof keine Mängel gefunden. So sollte ein Bahnhof sein. Alles ist sauber und ganz“, berichtet er.

Boostedt schnitt in allen Aspekten der Kategorien Wartekomfort, Information und Service hervorragend ab. Auf seinem zwei Seiten umfassenden Kriterienbogen notiert der Prüfer unter anderem, ob die Beleuchtung funktioniert, die Uhren richtig ticken, die Fahrscheinautomaten intakt sind. Er brauchte nicht mehr als zehn Minuten, um dem kleinen Bahnhof, den täglich etwa 300 Menschen nutzen, ein „Sehr gut“ zu geben.

„Wir kontrollieren sowohl im Winter als auch im Sommer“, erklärt der Prüfer. Das jetzt vorgelegte Ergebnis stammt aus der Winterkontrolle 2013 : „Ich war im Dunkeln in Boostedt und hatte nichts auszusetzen. Die Beleuchtung funktionierte, die Bahnsteigoberfläche war eben – alles in Ordnung.“ Boostedt gehört zum Netz der AKN, die das südliche Schleswig-Holstein bis Hamburg versorgt. Das Unternehmen mit Sitz in Kaltenkirchen kassiert regelmäßig Bestnoten: Unter den besten acht Bahnhöfen gehören sieben der AKN an und lediglich eine Station dem Branchenriesen Deutsche Bahn. Die schlechtesten Noten bekamen die Bahnhöfe Schleswig und Lensahn, beide dem Netz der DB angehörig. Graffiti, einen Fahrscheinautomaten, der nur Kartenzahlung akzeptiert oder holperige Bahnsteige gibt es in Boostedt nicht.

Die AKN nimmt die Auswertungen des Gutachters ernst: „Natürlich. Wenn Herr Jagdhuhn unserer Bahnhöfe begeht, ist immer jemand von der AKN dabei“, sagte Pressesprecherin Christiane Lage. So stellte der Inspekteur im Mai vergangenen Jahres in Boostedt kleine Stolperfallen fest: „Einzelne Platten der Bahnsteigoberfläche waren damals leicht beschädigt, das wurde ausgetauscht.“

Auch AKN-Nutzerin Monika Körbl aus Kaltenkirchen, die in Boostedt zum ersten Mal aussteigt, findet den Haltepunkt sehr sauber und ordentlich. Sie hat lediglich einen Verbesserungsvorschlag: „Ich will mit meinem Fahrrad von Boostedt nach Hause, nach Kaltenkirchen, fahren. Da ich mich hier nicht auskenne, wäre ein ausgehängter Orts-und Umlandplan hilfreich.“ Die Pressesprecherin Lage nimmt diesen Hinweis auf: „Üblicherweise hängt im Rahmen unserer Serviceleistung an allen Stationen ein Ortsplan. Wir werden uns dort umsehen. Sollten wir feststellen, dass der Plan in Boostedt fehlt oder an einer ungünstigen Stelle platziert ist, werden wir das verbessern.“

Jagdhuhns Bericht ist übrigens auf www.nah-sh. de nachzulesen.



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