Urlaub : So sieht die Stadt auf Postkarten aus

Auf der Postkarte ist noch die Duckstein-Insel auf dem Teich zu sehen. Sie gibt es aber schon seit 2010 nicht mehr.
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Auf der Postkarte ist noch die Duckstein-Insel auf dem Teich zu sehen. Sie gibt es aber schon seit 2010 nicht mehr.

Neumünster befindet sich im Wandel: Wenn Touristen Ansichtskarten kaufen, sind darauf noch Bilder aus anderen Zeiten zu sehen.

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08. August 2014, 08:00 Uhr

Neumünster | Sommerferien, Urlaubszeit: Auch nach Neumünster kommen Touristen, und viele von ihnen schicken Urlaubsgrüße in die Heimat. Dabei sind Postkarten noch immer ein beliebtes Mittel. Für jeden vierten Deutschen gehören sie laut einer Studie des Instituts YouGov zum Urlaub dazu. Aber welches Bild entsteht dabei von Neumünster?

Die meisten Ansichtskarten der Stadt stammen vom Touristikverlag Schöning aus Lübeck. Die Käufer können zwischen sechs verschiedenen Collagen wählen. Die häufigsten Motive sind das Rathaus und der Großflecken. Sie sind auf jeder Collage zu sehen. Ähnlich beliebt sind die Holstenstraße, der Teich, der Gänsemarkt und die Vicelinkirche. Thomas Hagenow, Filialleiter bei K Presse + Buch am Bahnhof, erklärt: „In der Ferienzeit verkaufen wir zwischen fünf und zehn Neumünster-Karten am Tag.“

Doch einige Motive auf den Postkarten bekommen Touristen gar nicht mehr mit eigenen Augen sehen. Das Bild vom Teich muss schon mindestens vier Jahre alt sein, denn die Duckstein-Insel gibt es schon seit 2010 nicht mehr. Der Gänsemarkt ist von Bauzäunen für die neue Holsten-Galerie umgeben, und auch das Rathaus wird von einem Gerüst eingezäunt.

Außerdem hat die Stadt eigene Postkartenmotive erstellt. Sie können in der Touristeninformation im Pavillon auf dem Großflecken gekauft werden und zeigen ähnliche Motive. Anders sehen die Karten der Fotografin Susanne Bielenberg-Bruhn aus. „Das ist schon Kunst“, sagt Renée Clément von der Buchhandlung Hieronymus. Die Fotografin stellt aus Eindrücken von der Holstenköste oder Haustüren stimmige Collagen zusammen. „Die kaufen aber eher Neumünsteraner selbst“, so Clément.

Das will Thomas Hagenow auch für seine Postkarten nicht ausschließen. „Das Neumünsteraner Stadtbild ändert sich momentan so schnell, dass die ein oder andere Postkarte auch ein Erinnerungsstück für die Einheimischen sein kann“, sagt Hagenow.

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