So läuft das Prozedere mit der neuen Fußball-Regionalliga

Möchte seine Kopfballduelle 2012/13 in der Regionalliga Nord bestreiten: Torsten Lemke (links) vom VfR Neumünster, hier im Zweikampf mit Nicolai Vosgerau (Flensburg 08). Foto: Schmuck
Möchte seine Kopfballduelle 2012/13 in der Regionalliga Nord bestreiten: Torsten Lemke (links) vom VfR Neumünster, hier im Zweikampf mit Nicolai Vosgerau (Flensburg 08). Foto: Schmuck

Bis zum 31. März 2012 müssen die Lizenzunterlagen eingereicht werden / Verfehlen Niedersachsens Traditionsclubs die neue Staffel?

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15. November 2011, 03:59 Uhr

Bremen | Die neue Fußball-Regionalliga wirft ihre Schatten voraus. Ab dem kommenden Sommer wird es fünf Staffeln geben statt bislang drei. Nicht mehr der DFB, sondern die Regionalverbände haben die Zügel in der Hand. In der vergangenen Woche gab es die ersten offiziellen Informationen für die Vereine, was Aufstieg und Zulassungsverfahren anbetrifft. Bis zum 31. März müssen alle nötigen Unterlagen beim Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) eingereicht werden.

Insgesamt gehen acht bis zehn Plätze an jetzige norddeutsche Fünftligisten. Die genaue Zahl hängt von Auf- und Abstieg zur 3. Liga ab. Im Optimalfall (Holstein Kiel steigt auf, Osnabrück und Werder II nicht ab) sind das die ersten fünf der Oberliga Niedersachsen, wo aktuell übrigens viele Traditionsclubs (Göttingen 05, VfB Oldenburg, Lüneburger SK, Eintracht Nordhorn, Kickers Emden und VfV Hildesheim) nur im Tabellenmittelfeld herumdümpeln, Meister sowie Vizemeister aus Hamburg und Schleswig-Holstein sowie der Meister aus Bremen. Zurzeit würden im Optimalfall die folgenden Clubs in die Regionalliga aufrücken: Goslarer SC, BV Cloppenburg, SV Holthausen, SC Langenhagen, BSV Rehden, SC Condor Hamburg, Altona 93, VfR Neumünster, NTSV Strand 08 und FC Oberneuland. Im Normalfall jedoch gibt es eine Aufstiegsrunde. Steigt Holstein auf und Werder II ab, müssen die Zweiten aus Hamburg und Schleswig-Holstein den letzten freien Platz in Hin- und Rückspiel ausspielen. Steigt Kiel nicht auf und Werder II ab, rutscht auch der Fünfte aus Niedersachsen in diese Runde. In keinem Fall darf aus der SH-Liga übrigens Holstein Kiel II aufsteigen, da zweite Mannschaften von Drittligisten nicht in die neue Regionalliga dürfen. Ab 2013 steigen drei Mannschaften ab und Niedersachsens Meister sowie zwei Sieger der Aufstiegsrunde (mit den Meistern SH, HH und HB sowie dem Vize Niedersachsens) auf.

Als Zulassungsbedingungen wurden festgelegt: Ein wirtschaftliches Prüfungsverfahren muss durchlaufen werden (wie bislang in Niedersachsens Oberliga). Jeder Regionalligist muss einen B-Lizenz-Trainer beschäftigen und über drei Jugendteams (mindestens eine A-, B- oder C-Jugend) verfügen. Bildung von Spielgemeinschaften ist dabei nicht zulässig, wohl aber die Einrichtung von gemeinsamen Jugendfördervereinen. Es gibt keine Mindest-Stadiongröße mehr, es sollen jedoch 100 Sitzplätze vorhanden sein und die Trennung der Fans muss für Sicherheitsspiele gewährleistet werden. Die Stadien sollen über Flutlicht verfügen, allerdings ohne die bisher hohen Anforderungen. Während ohne Flutlicht, wie etwa beim VfR, Übergangsgenehmigungen denkbar sind (mit dem Risiko, Nachholspiele im Extremfall auch an Nachmittagen in der Woche austragen zu müssen), muss bei fehlender Fantrennung ein Ausweichstadion für Sicherheitsspiele benannt werden. Moderne Kunstrasenplätze sind als Spielfelder zugelassen, wenn die Platzanlage vom NFV als regionalligatauglich abgenommen wurde.

Die Vereine müssen zudem mit folgenden Kosten rechnen: 2000 Euro als Zulassungsgebühr (bei Nicht-Aufstieg werden 1000 Euro erstattet), 4250 Euro Spielabgaben (250 pro Heimspiel), pro Heimspiel 400 Euro plus Fahrtkosten für das Schiedsrichtergespann.

Es wird auch weiter Sperren nach fünf Gelben Karten geben. Der DFB nimmt in einigen Spielen Dopingproben vor. Grundsätzlich wird sonnabends oder sonntags gekickt, bei Freitagspielen muss der Gastverein zustimmen.

Es gibt weder TV-Geld noch Verpflichtungen beim Fernsehen. "Der NFV ist in Gesprächen mit dem NDR, um eine Fernsehpräsenz zu ermöglichen", erklärte kürzlich Hans-Ludwig Meyer, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV).

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