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Lesung mit Oliver Lück : Skurrile Geschichten aus dem weiten Meer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Autor Oliver Lück las in der Buchhandlung Krauskopf aus seinem neuen Buch „Die Ostsee ist eine Postsee“.

Neumünster | „Die Ostsee ist eine Postsee“, stellte der Autor, Oliver Lück (42) bei den Recherchen zu seinem neuen Buch „Flaschenpostgeschichten – von Menschen, ihren Briefen und der Ostsee“ fest – und nannte so auch gleich sein erstes Kapitel. Vor rund 60 begeisterten Zuschauern las Lück am Donnerstag in der Buchhandlung Krauskopf aus seinem Roman.

„Auf das Thema Flaschenpost bin ich eigentlich eher zufällig gestoßen. Ich reiste gerade für mein anderes Buch „Neues vom Nachbarn“ durch Europa und suchte in Lettland einen ruhigen Schlafplatz am Strand“, erzählte Lück. Doch dort stieß er auf einen bunten Garten, in dem viele gebastelte Figuren und Kunstwerke standen. „Die Bewohnerin des Hauses, Biruta Kerve, sammelt alles, was das Meer ihr anspült und schmückt damit ihr Haus und ihren Garten“, sagte Lück. Regelmäßig bekommt Biruta auch Flaschenpost an den Strand gespült, doch beantwortet hat sie keinen der Briefe.

Also machte Lück sich an die Arbeit. Er telefonierte, schrieb Postkarten und verschickte mehr als 500 E-Mails: „Ich fand das faszinierend und wollte unbedingt wissen, wer die Absender sind.“ Zweieinhalb Jahre reiste er die Ostsee entlang und traf dabei auf Schriftsteller, Meeresforscher und Leuchtturmwärter. Auf Rügen unterhielt er sich mit Thomas, der sich das Flaschenpost-Verschicken zum Hobby machte. Jedes Wochenende wirft er Briefe ins Meer und hat schon 30 Antworten aus sieben Ländern bekommen.

Der Autor, Journalist und Fotograf fuhr auch zu einem Strömungsforscher, um zu erfahren, was eine Flaschenpost antreibt. „Glasflaschen liegen tiefer im Wasser und werden von der Strömung mitgenommen. Plastikflaschen werden vom Wind mitgerissen und sind wesentlich schneller. Eine Express-Post sozusagen“, sagte er und brachte das Publikum zum Lachen.

Irgendwann kam Lück auf die Idee, einen Flaschenpostautomaten zu bauen. Den stellte er an den Strand und wartete ab, was passiert. „Einmal steckte die Münze fest und der Mann war so genervt, dass er heftig gegen den Automaten trat. Andere wiederum freuten sich über den Automaten und fotografierten sich damit“, berichtete er.

Zweieinhalb Stunden las Lück aus seinem Buch und präsentierte Bilder und Tonaufnahmen von der Reise. „Man scheint echt skurrile Menschen zu treffen“, sagte der Besucher Stefan Faerber (54) begeistert. Für Lück war es eine besondere Lesung in der Buchhandlung. „Ich bin in Neumünster geboren. Aufgewachsen bin ich zwar in Henstedt-Ulzburg, aber irgendwie meinte meine Mutter, nach Neumünster fahren zu müssen, um mich auf die Welt zu bringen.“

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