Verein Herz-As-Neumünster : Skat-Frauen steigen in 1. Bundesliga auf

Sie zeigen stolz ihre Medaillen und den silbernen Teller: Kirsten Weikunat (von links), Brigitte Witt, Angela Baumgart und Lena Rose vor ihrem Vereinslokal Schafstall.
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Sie zeigen stolz ihre Medaillen und den silbernen Teller: Kirsten Weikunat (von links), Brigitte Witt, Angela Baumgart und Lena Rose vor ihrem Vereinslokal Schafstall.

Vier Mitglieder des Vereins Herz-As-Neumünster haben sich qualifiziert. Im Juni und September 2016 wird in Hessen um den Titel gespielt.

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07. Mai 2015, 12:00 Uhr

Neumünster | Mit Glückwünschen werden Angela Baumgart (54), Lena Rose (29), Kirsten Weikunat (41) und Brigitte Witt (64) derzeit förmlich überschüttet. Die vier Mitglieder des Skat-Vereins Herz-As-Neumünster haben den Aufstieg in die 1. Skat-Bundesliga geschafft und kämpfen ab dem kommenden Jahr um den ganz großen Titel.

Neun Mannschaften spielten am vergangenen Wochenende in Hamburg um den wichtigen Gesamtsieg, nur eine von ihnen konnte aufsteigen. „Wir haben gekämpft wie die Löwen. In der 1. Bundesliga zu spielen ist für uns wirklich die absolute Krönung“, sagt Angela Baumgart.

Der Weg zum Ziel war nicht immer einfach. „Die letzte Serie fing bei uns ganz schlecht an“, erinnert sich Angela Baumgart. „Dann wird man natürlich nervös, weil man schon am Kuchen gerochen hat und es am Ende vielleicht doch nicht reicht“, fügt Lena Rose hinzu. Doch dann wendete sich das Blatt und die Frauen drehten noch einmal richtig auf.

Schon vor der offiziellen Siegerehrung hatten alle vier ein gutes Gefühl. Bei Angela Baumgart setzte das bereits bei der Ankunft auf dem Parkplatz in Hamburg ein. „Als ich die Autotür geöffnet hatte, entdeckte ich auf dem Boden ein Zwei-Cent-Stück. Das war ein gutes Omen“, erinnert sie sich lachend.

Das A und O bei dem Turnier war für alle eine vernünftige Absprache. „Man muss sich untereinander informieren, das geschieht über Blickkontakt. Daran können wir erkennen, wie die anderen stehen“, sagt Lena Rose. „Wenn ich merke, dass es bei jemanden aus meinem Team nicht so gut läuft, dann reize ich beispielsweise aggressiver, um die Punkte wieder aufzufangen“, erklärt Angela Baumgart das Prozedere.

Sauer auf die eigenen Mitspieler sind die Frauen grundsätzlich nie. „Es kann jedem mal passieren, dass die Karte nicht läuft. Da gibt es keine gegenseitigen Vorwürfe. Jeder macht am Tisch das Beste und kämpft“, sagt Angela Baumgart, die seit 23 Jahren Skat spielt.

Die Kollegialität ist es auch, auf die im gesamten Skat-Verein Herz-As viel Wert gelegt wird. Unter den 34 Mitgliedern sind nur 6 Frauen, aber von einer Männer-Domäne ist dennoch nichts zu spüren. „Wir stehen hier alle auf einer Schwelle, die Damen werden voll akzeptiert“, sagt Lena Rose.

Über weitere weibliche Unterstützung würde sich der Verein dennoch freuen. „Frauen spielen heutzutage einfach viel zu wenig Skat, das ist sehr schade“, sagt Brigitte Witt und ruft alle interessierten Damen dazu auf, zu einem unverbindlichen Spielabend vorbeizukommen. Treffpunkt ist jeden Dienstag um 18.30 Uhr im Schafstall an der Max-Eyth-Straße 14. Besondere Qualifikationen müssen die potenziellen neuen Mitspieler nicht mitbringen. „Im Prinzip reicht die Lust am Kartenspielen. Wenn dann noch ein bisschen logisches Denken und mathematisches Geschick dazu kämen, wäre das perfekt“, sagt Lena Rose.

Neben neuen Mitstreitern suchen die Frauen auch nach einem Sponsor, der sie finanziell unterstützt. Da der Austragungsort für die 1. Bundesliga im hessischen Rotenburg an der Fulda liegt, kommen auf Angela Baumgart, Lena Rose, Kirsten Weikunat und Brigitte Witt ab 2016 deutlich höhere Kosten zu. Bezahlt werden müssen sowohl die Fahrt wie auch die Unterbringung und Verpflegung.

Gespielt wird an zwei kompletten Wochenenden im Juni und September. Ihre männlichen Kollegen werden die Frauen dann zu Hause lassen: „Wir haben viel mehr Spaß, wenn sie nicht dabei sind“, sagen die frischgebackenen Erstligisten unisono.

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