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Grossflecken : „Skalpierter Granit“ wird günstiger

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Pflasterung des Großfleckens mit neuen Steinen würde etwa 1,5 Millionen Euro kosten. Die Recycling-Lösung kostet 450 000 Euro weniger

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erstellt am 16.Mai.2017 | 08:00 Uhr

Ein versierter Steinsetzer wie Ralph Holzhäuser verlegt etwa 20 Quadratmeter Großsteinpflaster am Tag – in Handarbeit, die kostet. So hat die Bauverwaltung jetzt ausgerechnet, was die Neupflasterung des Großfleckens kosten würde.

Neues, geschnittenes und damit rutschfestes Pflaster würde – so die Schätzung der Verwaltung – inklusive Einbau etwa 210 Euro pro Quadratmeter kosten. Durch den Verkauf des alten Pflasters hofft sie, etwa 10 Euro je Quadratmeter zu erlösen. Das macht also einen Quadratmeterpreis von 200 Euro. Bei einer Platzfläche von gut 7500 Quadratmetern ergeben sich so 1,5 Millionen Euro. „Das ist noch nicht das endgültige Preisschild, aber ein Näherungswert“, sagte Stadtbaurat Thorsten Kubiak gestern auf Courier-Nachfrage.

Es ginge aber auch günstiger, wenn nämlich das vorhandene Granitpflaster aufgearbeitet würde. Dabei würden die gewölbten Oberflächenkappen um etwa einen Zentimeter abgeschnitten und der gesägte Kopf durch Flammen oder Sandstrahlen aufgeraut. „Das nennt sich skalpieren“, erläuterte Steinsetzer Ralph Holzhäuser. Er hat in Höhe der Marktpassage zwei Probefelder verlegt. Auf einem sind die recycelten und geschnittenen Granitsteine, auf dem anderen geschnittene und glatte Steine im Wechsel verlegt.

Die Stadt kalkuliert für diese Variante 2 (also Aufnehmen der Steine, Transport, Schneiden, Strahlen und Wiedereinbau) 140 Euro je Quadratmeter. In der Summe macht das 1,05 Millionen Euro. In beiden Summen ist noch nicht die schlimmste Fläche im Übergang zur Lütjenstraße enthalten.

Die Ratsfrau Franka Dannheiser (SPD) findet das nicht zu teuer. „Das ist es wert, allemal“, sagte sie und verwies auf die klare Meinung im Rat und den Ratsbeschluss von 2014. Dannheiser: „Die Baufachleute der Fraktionen sind sich einig, die gesamte Innenfläche des Großfleckens zu machen. Das Hoppelpflaster muss weg!“ Das Abschleifen der vorhandenen Steine sei die günstige Variante. „Kein Mensch redet mehr von 10 Millionen Euro Kosten“, so Franka Dannheiser. Freigegeben im Haushalt seien 4 Millionen Euro. „Wir sollten auf keinen Fall mehr ausgeben“, sagte Dannheiser.

Allerdings bricht die Verwaltung in ihrer Stellungnahme eine Lanze für das alte Pflaster. Es sei „ein alter skandinavischer Granit, der durch seine gebrauchte, fast glatte Oberfläche eine enorme Schönheit besitzt, die mit Materialien aus Asien nicht annähernd klassisch vergleichbar sind“, heißt es. Und: „Eine Aufarbeitung dieses ebenen Pflasters würde die Begehbarkeit der Flächen nur gering verbessern.“ Thema ist das Großfleckenpflaster am Donnerstag, 1. Juni, im Planungs- und Umweltausschuss, der ab 17.30 Uhr im Rathaus (Sitzungszimmer 2.5/2.6) tagt.

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