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Simone Edling: „Wir brauchen noch eine Generation“

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jahrelang hatten die beiden Leipziger Simone und Jens Edling, damals 26 und 27 Jahre, um ihre Ausreise gekämpft, und dafür viele Anfeindungen in Kauf genommen. Im November 1989 war es dann endlich so weit: Das Ehepaar siedelte mit seiner fünfjährigen Tochter in den Westen über. Dass eine Woche später die Mauer fallen würde, ahnten sie nicht. 750 Mark Starthilfe bekam die Familie, um sich im angeblich goldenen Westen ein neues Leben aufzubauen. „Aber nicht nur finanziell war der Anfang schwer“, sagt Simone Edling in süßem sächsischen Slang. Als sie sich als Buchhalterin bei einem Autohaus vorstellte, blaffte der Chef sie schnöde an: „Können Sie auch Deutsch sprechen?“

Das saß. Und noch vor zehn Jahren musste sich das Ehepaar, das heute eine florierende Installationsfirma in Tasdorf betreibt, fragen lassen, wie sie „als Ostler denn so schnell zu einem eigenen Haus gekommen“ seien. Auch wenn das Ausnahmen sind: „Es wird wohl noch eine Generation dauern, bis alle Vorurteile verschwunden sind.“

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erstellt am 01.Okt.2015 | 17:11 Uhr

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