Mensch des Jahres : Sieger Peter Wöhlk konnte vor Aufregung kaum schlafen

Dietrich Mohr wurde von seinem Sohn Jonas (12) und Ehefrau Gaby zur Feierstunde begleitet. Im Courier-Haus gab es Kaffee und Kuchen.
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Dietrich Mohr wurde von seinem Sohn Jonas (12) und Ehefrau Gaby zur Feierstunde begleitet. Im Courier-Haus gab es Kaffee und Kuchen.

Alle vier Nominierten sind „Helden des Alltags“ und damit Gewinner. 1500 Leser hatten abgestimmt.

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21. November 2013, 06:00 Uhr

Peter Wöhlk ist Neumünsters „Mensch des Jahres 2013“. Das haben die Courier-Leser in insgesamt rund 1500 Voten per Coupon, SMS, Telefon oder Internet entschieden. Der 69-jährige Hobbygärtner aus Ruthenberg schafft es, „Kindern spielerisch einen wichtigen Wert unserer Zeit zu vermitteln: den sorgsamen Umgang mit der Natur“, sagte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras in seiner Laudatio.

Peter Wöhlk macht das seit elf Jahren, indem er Gruppen aus Kitas und Schulen in seiner Kleingartenparzelle an der Störbrücke beim Gärtnern anleitet oder mit ihnen auf der Alten Obstwiese Bäume pflanzt oder Obstbaum-Rallyes veranstaltet. Dabei erreicht er nicht nur den Verstand, sondern auch die Herzen der Kinder. Wie wichtig solche Umweltpädagogik mit Herz und Verstand ist, zeigen Fragen von Stadtkindern, wo denn der Pommes-Baum stehe.

„Meine Kinder in den Schulen und Kitas waren fast noch aufgeregter, und ich habe schon vor dieser Kür kaum schlafen können“, sagte Wöhlk sichtlich gerührt. Mit der Wahl zum Menschen des Jahres hatte er nicht gerechnet. „Ich bin sehr stolz und habe gleich den OB zur Obstblüte im Mai auf die Alte Obstwiese eingeladen“, sagte er.

Und natürlich will Peter Wöhlk weitermachen und den Kindern zeigen, wie schön es ist, zu pflanzen, zu ackern und zu ernten. Von den Lütten wird er deshalb liebevoll nur „Opa Peter“ oder „Apfel-Opa“ genannt. „Hunderte, wenn nicht tausende Kinder hat Peter Wöhlk mit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit schon erreicht und für die Natur begeistert“, sagte Tauras.

Es gibt zwar einen Gewinner, aber keine Verlierer bei der Wahl zu Neumünsters „Mensch des Jahres“. Bereits die Nominierung ist eine Auszeichnung, machten shz-Online-Chefredakteur Joachim Dreykluft, Ralf Höpfner von der Flensburger Brauerei, die die Aktion als Sponsor unterstützt, und Courier-Redaktionsleiter Thorsten Geil deutlich. Auch die drei Zweitplatzierten sind wahre „Helden des Alltags“ und haben sich in besonderer Weise um das Gemeinwohl und ihre Stadt Neumünster verdient gemacht.

Das Lob gilt Sirwan Baban, der sich in der Flüchtlingshilfe und im Café Vis-a-Vis engagiert. Es trifft auf Dietrich Mohr zu, der sich seit Jahrzehnten als Kämpfer gegen die Politikverdrossenheit müht und dabei ganz unkonventionelle Wege geht, um die Jugendlichen abzuholen. Und es gibt Pierre Schiffmann, den Motor zahlreicher Spendendinner und Benefiz-Veranstaltungen zugunsten der Kindertafel, des Kinderschutzbundes und anderer Organisationen.

„Es sind diese Menschen, die mit ihrer Arbeit oft im Verborgenen sind, die aber so wichtig sind für unsere Gesellschaft“, sagte Thorsten Geil: „Ohne Ehrenamt geht heute vieles nicht mehr, auch in Neumünster nicht.“ Ralf Höpfner zitierte den Spruch von Erich Kästner: „Es gibt nicht Gutes, außer man tut es.“ Der Satz ziert die Urkunde für alle vier ausgezeichneten Neumünsteraner und steht als Motto über der Wahl zum Menschen des Jahres. Ralf Höpfner: „Es braucht mehr so kraftvolle Vorbilder wie Sie.“

Für Peter Wöhlk wird es bald wieder spannend. Als Neumünsters Gewinner geht er jetzt bei der Wahl zum „Menschen des Jahres“ in Schleswig-Holstein an den Start.

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