Jugendfußball in Neumünster : Sieg im Landesliga-Kellerduell: SG VfR/Gadeland strickt mit ganz heißer Nadel

DSC_0003 (2).jpg von 25. Oktober 2021, 19:59 Uhr

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Unter Beobachtung von Tjark Weichler (links) und Torwart Torge Beckmann bedrängt deren Teamkamerad Lorenz-Philipp Dießner (SG VfR/Gadeland) hier Svend von Malottki (JSG Lensahn/Göhl).

Unter Beobachtung von Tjark Weichler (links) und Torwart Torge Beckmann bedrängt deren Teamkamerad Lorenz-Philipp Dießner (SG VfR/Gadeland) hier Svend von Malottki (JSG Lensahn/Göhl).

Trainer Fischer trommelt in Windeseile ein schlagkräftiges Team für das Duell mit Lensahn/Göhl zusammen.

Neumünster | Ausgerechnet die so arg gebeutelte A-Jugend der SG VfR/Gadeland hielt die Fahne der Neumünsteraner Nachwuchsfußball-Landesligisten hoch. Die Fischer-Elf gewann das Kellerduell mit der JSG Lensahn/Göhl (4:0), gab die Rote Laterne an die SG Trittau/Büchen-Siebeneichen/Elmenhorst weiter und zog nach Punkten mit den auf dem drittletzten Platz rangierenden Gästen gleich. Die B-Junioren der SG Tungendorf/VfR (0:2 bei Eutin 08) und die C-Jugend der SG VfR/SVT/Gadeland (0:5 gegen die SG FCU-Kisdorf) blieben nicht nur punkt-, sondern auch torlos. A-Jugend: SG VfR/Gadeland – JSG Lensahn/Göhl 4:0 (2:0) Aufseiten der Hausherren war man eigentlich davon ausgegangen, dass die auf Naturrasen angesetzte Partie ausfallen würde. Nach einigen Mätzchen rund um das schon drei Mal verlegte Spiel bei der SG FCU-Kisdorf – der zunächst als Nichtantritt gewertete dritte Ausfall wurde nach der Vorlage von Attesten als Absage deklariert – wurde VfR/Gadeland von der Staffelleitung dazu verdonnert, die Begegnung durchzuziehen. Glücklicherweise bestand die Ausweichmöglichkeit auf den benachbarten Kunstrasenplatz im Städtischen Stadion. „Ich erfuhr davon erst am Morgen des Spieltags. In 30 Minuten musste ich dann eine Mannschaft zusammentrommeln, was glücklicherweise gelungen ist. Das war echt mit heißer Nadel gestrickt“, kommentierte SG-Trainer Stefan Fischer die von Rastlosigkeit und Hetze geprägte Vorbereitung. Der Stress sollte sich lohnen, denn sein Team feierte einen praktisch lebenswichtigen Erfolg, „der für die Zukunft hoffen lässt“, wie Fischer feststellte. „Der Sieg war ein Muss, wobei wir noch nicht einmal unser volles Potenzial abrufen mussten“, sagte der Coach. Einzig Lensahns brandgefährlicher Angreifer Marvin Suhr bereitete VfR/Gadeland Kopfzerbrechen. Weil aufseiten der SG der B-Jugendliche Tim Thomsen als Verteidiger eine starke Partie ablieferte und der etatmäßige Defensivrecke Torge Beckmann im Tor richtig gut war, wurde letztlich auch Suhr in Schach gehalten.  „Wir haben die Bälle nicht nur plump rausgebolzt, sondern mit Übersicht agiert. Ferner haben wir unsere Tore gut herausgespielt“, erklärte Fischer, der es auch als „ganz wichtig“ empfand, erstmals in dieser Saison zu null gespielt zu haben. SG VfR/Gadeland: Beckmann – Mohamadi, Weichler, Thomsen, Saggau – Kulig, Dießner – Nkosi-Makodila, Mohammed, Bern – Ghisyi; eingewechselt: Rohde. – Tore: 1:0 Ghisyi (15.), 2:0 Bern (30.), 3:0 Bern (65.), 4:0 Kulig (67.). – Nächster Gegner: SG FCU-Kisdorf (H/Sonnabend, 30. Oktober, 15.30 Uhr). Auch interessant: Schwere Schulterverletzung trübt Siegesfreude der SG Tungendorf/VfR. B-Jugend: Eutin 08 – SG Tungendorf/VfR 2:0 (2:0) Das Hinspiel hatte die SG noch mit 6:1 gewonnen, nun drehten die Ostholsteiner den Spieß um. „Eutin war personell besser besetzt als noch im ersten Aufeinandertreffen, ging außerdem bissiger und agiler zu Werke. Unsere Niederlage war verdient“, konstatierte Gästetrainer Heiko Hansen. Dessen Team hatte sich extra auf dem THC-Kunstrasenplatz vorbereitet, doch dieser war zu glatt und rutschig, um mit dem Geläuf in Eutin verglichen werden zu können. Dennoch war Hansen dankbar dafür, an der Bunsenstraße trainieren zu können, „weil unsere Anlage in Tungendorf durch den Regen alles andere als gut war“. Die Hausherren präsentierten sich technisch stärker, fanden zudem für ihre langen Bälle häufig einen Abnehmer. Die SG dagegen machte sich anfangs ihre ansatzweise guten Szenen selbst kaputt, weil das Spielgerät schlussendlich nicht dort ankam, wo es eigentlich ankommen sollte. Mit der schnellen 2:0-Führung im Rücken gewann Eutin an Selbstsicherheit, stand nach dem Seitenwechsel tief und verschob clever. „Wir hätten noch eine Stunde weiterspielen können, ohne ein Tor zu schießen“, orakelte Hansen, dessen Team durch Santino Laubinger kurz vor der Pause die beste Chance besaß, diese jedoch nicht nutzte. „Wenn der reingeht, wäre vielleicht noch mehr gegangen“, meinte Hansen, der sein Team dafür kritisierte, „dass wir es versäumt haben, mit einfachen Aktionen ins Spiel zurückzukommen“. Trotz nunmehr acht Punkten Rückstand auf Platz 1 wollte er die Titelträume nicht begraben: „Man sollte uns noch nicht abschreiben, wobei ich meine Elf ohnehin eher als Kandidat für das Verfolgerfeld sehe.“ SG Tungendorf/VfR: Peters – Koepsell, Lucassen, Schönke, Siemßen – Müller, Rüse – Habeck, Fredrich, Freitag – Laubinger; eingewechselt: Mokris, Friedrichs, Diler, Wulff. – Tore: 1:0, 2:0 Tchoui (10., 18.). – Nächster Gegner: TSV Neustadt (H/Sonntag, 31. Oktober, 12 Uhr). C-Jugend: SG VfR/SVT/Gadeland – SG FCU-Kisdorf 0:5 (0:0) Für Nicko Glashoff, den Trainer der Einheimischen, gab es einen Knackpunkt in dieser Partie: das aus Sicht beider Teams glasklare Abseitstor zum 0:1. Schiedsrichter Stephan Ehlers (FC Torpedo) gab den Treffer jedoch. „Ich würde niemals einem Unparteiischen die Schuld für eine Niederlage geben, aber dieser Treffer hat etwas bei uns bewirkt“, deutete Glashoff an, dass in den Köpfen seiner Truppe eine gewisse Nachdenklichkeit einsetzte. Die fatale Folge: Nur sechs Minuten später hieß es bereits 0:3. „Bis zur letzten Sekunde haben wir Fußball gespielt und alles versucht, das rechne ich meiner Mannschaft hoch an“, lobte der Coach und merkte an, dass sein Team aus Spielern des jungen Jahrgangs besteht, während mit der SG FCU-Kisdorf ein weiterer Kontrahent komplett mit dem alten Jahrgang antrat: „Wir schlagen uns gut, müssen uns fußballerisch nicht verstecken. Aber körperlich fehlt dann doch noch ein wenig.“ Der Sieg für die gastierende SG sei verdient gewesen, so Glashoff, aber zu hoch ausgefallen: „Wir waren keine fünf Tore schlechter.“ Für VfR/SVT/Gadeland war es in der Landesliga die vierte Niederlage in Folge, dennoch wurde der siebte Tabellenplatz verteidigt. SG VfR/SVT/Gadeland: Krüger – Glashoff, Dahmke, Schulte, Schimkus – Lipp, von der Mehden – Ghafuri, Kovacevic, Grunert – Simsek; eingewechselt: Freitag, Dalgic, Lerch, Homoet. – Tore: 0:1, 0:2 Karrasch (39., 42./FE), 0:3 Werner (45.), 0:4 Bartsch (64.), 0:5 Werner (70.). – Nächster Gegner: Ratzeburger SV (A/Sonnabend, 30. Oktober, 14 Uhr).  ...

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