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Holsteinischer Courier

18. Oktober 2017 | 18:42 Uhr

Tungendorf : Siedler wollen genau hinschauen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Abfallgebühren waren einThema. Kritik gab es an der Wobau und der Brache der früheren Matthias-Claudius-Schule.

von
erstellt am 17.Jan.2014 | 10:14 Uhr

„Wir wollen keinen Popanz suchen, wo keiner ist, aber eine genaue Prüfung kann sich für die Bürger auszahlen.“ Mit seinen kritischen Worten zur neuen Abfallgebührensatzung erntete Herbert Möller, der Ehrenvorsitzende des Verbands Wohneigentum (früher: Siedlerbund), viel Applaus auf der Stadtteilbeiratssitzung in Tungendorf. TBZ-Chef Ingo Kühl hatte am Mittwoch im Volkshaus – wie zuvor schon in drei anderen Stadtteilen – die Gebührenkalkulation für die Straßenreinigung, die Müll- und Abwasserentsorgung vorgestellt.

Die Siedler sind argwöhnisch. Möller erinnerte an den Streit vor 14 Jahren, als es um eine Gebührenerhöhung um 40 Prozent ging und die Stadt sich schließlich mit den Klägern von Siedlerbund und Haus + Grund verglich. Die Neumünsteraner mussten ein Jahr lang keine Abfallgebühren zahlen. Jetzt geht es beim Müll um eine Gebührenerhöhung von knapp 20 Prozent und für Möller um die Frage: „Welche Kosten sind entstanden? Sind sie gerechtfertigt oder macht sich jemand einen vollen Strumpf?“

Kritik entzündete sich in der Bürgerfragestunde an der Seniorenwohnanlage der Wobau in der Straße Am Kamp. „Unmöglich, das passt überhaupt nicht“, sagte Lothar Wegerich. Für Herbert Möller ist das ein „Barackenlager neuer Art und keine Bereicherung für Tungendorf“. Am Mitteljörn seien Pläne der Wobau für eine ähnlich dichte Bebauung „zum Glück verhindert worden“, so Möller. Er habe gehört, dass die Wobau das Gelände nun doch nicht mehr von der Wohnungsgesellschaft Gagfah kaufen wolle.

Auf Courier-Nachfrage bestätige Wobau-Geschäftsführer Uwe Honsberg gestern: „Wir haben die Planungen am Mitteljörn wegen der Kritik ruhen lassen.“ Auch an den Plänen der Wobau für Seniorenwohnungen am Süderdorfkamp in Tungendorf-Dorf setzte es in der Vergangenheit Kritik. „Hier gilt der zurzeit gültige Bebauungsplan. Danach gehen wir vor“, sagte Honsberg und kündigte an: „Die Bauanträge sollen Anfang Februar eingereicht werden.“ Der Stadtteilbeirat hat einen Vorschlag für die neue Straße: Sie soll nach dem früheren Tungendorfer Amtsvorsteher und Stifter des Volkshaus-Areals Hinrich-Riepen-Straße heißen.

Auf Unmut im Stadtteil stößt die Brachfläche der ehemaligen Matthias-Claudius-Schule. Nach dem Abriss vor knapp einem Jahr tut sich auf der Baustelle nichts mehr. „Das ist ärgerlich“, sagte Stadtteilvorsteher Henning Möbius. Der Investor habe ihm schon Pläne vorgestellt, die beim Bauamt offensichtlich geplatzt seien.

 

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