Neue Partnerschaft : Sie suchen nach Nessie und dem wilden Mann

In Amerika gibt es sie bereits. Der Kryptologe Hans-Jörg Vogel arbeitet jetzt an der Erstellung einer deutschen Übersichtskarte der verborgenen „Monster“.
In Amerika gibt es sie bereits. Der Kryptologe Hans-Jörg Vogel arbeitet jetzt an der Erstellung einer deutschen Übersichtskarte der verborgenen „Monster“.

Ausstellungsstücke der nicht anerkannten Wissenschaft Kryptozoologie werden nun auch im Brügger Museum „Tor zur Urzeit“ gezeigt.

shz.de von
11. Mai 2015, 10:30 Uhr

Brügge | Yeti, Beuteltiger, Drachen – gibt es sie wirklich? Mit dieser Frage beschäftigt sich Kryptozoologie – die (nicht anerkannte) Wissenschaft zur Erforschung von verborgenen und unentdeckten Tierarten, zu denen auch Wesen aus der Mythologie gehören. 20 private Kryptologen aus dem ganzen Bundesgebiet trafen sich am Sonnabend im Brügger Museum „Tor zur Urzeit“ zum Austausch sowie zur Eröffnung des neuen Ausstellungsbereiches, der ihrem Fachgebiet gewidmet ist.

Den Kontakt zum Museum hatte Hans-Jörg Vogel hergestellt. „Wir waren schon lange auf der Suche nach einem Raum für ein Museum. Zufällig bin ich dann im Internet auf das Brügger Museum gestoßen, das ja bereits Exponate aus der Kryptologie zeigt“, erzählte der Berliner.

Erfreut über diese Verbindung ist auch der Vorsitzende des Museumsvereins, Dr. Gerald Kopp. „Wir haben das Thema der Krypten schon immer mit aufgegriffen. Deshalb passen wir fantastisch zusammen. Und das Museum, das ja im Kern die Erdgeschichte behandelt, wird mit dem neuen Teilbereich für die Besucher nun um einen interessanten Aspekt reicher“, erklärte er.

„Im Gegensatz zu den Zoologen, die ebenfalls nach verborgenen, unentdeckten Tierarten suchen, gehen wir grundsätzlich davon aus, dass es auch das Seeungeheuer Nessie, den wilden Mann oder den Wolpertinger gibt oder gegeben hat“, erklärte Vogel zur Kryptozoologie. Die Ansätze seien dabei jedoch auf beiden Gebieten ähnlich. „Man erhält einen Hinweis, zum Beispiel als Fundstück oder aus einer überlieferten Erzählung. Diesem geht man dann nach, um weitere Belege für die Existenz zu finden“, erläuterte er weiter. Anlass zu Nachforschungen geben den Kryptologen aber auch Mitteilungen über Beobachtungen von Tieren, die sich in einer ungewöhnlichen Umgebung aufhalten. Beispielsweise wäre die Sichtung eines schwarzen Panthers im Harz oder eines Drachens im Thüringer Wald für die Forscher ein Ausgangspunkt.

Zu den Teilnehmern am Fachtreffen gehörte auch der Historiker Hartmut Schmied aus Rostock. Dieser beschäftigt sich beruflich mit der Kulturgeschichte von Legenden. „Mein Fachgebiet hat damit eine gewisse Nähe zu den Kryptologen. Und wer will ausschließen, dass es mehr gibt, als uns die anerkannten Wissenschaften erkennen lassen“, gab er zu bedenken.

Geöffnet ist das Museum „Tor zur Urzeit“ sonnabends und sonntags von 10 bis 17 Uhr sowie montags bis freitags nach Vereinbarung. Weitere Informationen unter www.torzururzeit.de.

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