zur Navigation springen

Top-Model-Wettbewerb : Sie steht zu ihren grauen Haaren

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Monika Haß (63) möchte schauen, wie weit sie kommt. Die Familie freut sich mit ihr.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2015 | 07:30 Uhr

Neumünster | Fröhlich und selbstbewusst präsentiert sich Monika Haß auf dem Laufsteg. Die 63-Jährige aus Faldera nimmt zum ersten Mal am Top-Model-Wettbewerb des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) teil: „Für mich ist es schon super, unter die ersten 70 zu kommen, da bin ich schon stolz drauf“, sagt sie. Sie las mehr per Zufall über den Wettbewerb im Courier und sagte zu ihrem Mann Hans-Joachim (87): „Da mache ich mit.“ Sein begeisterter Kommentar: „Mach’ mal, auf alle Fälle. Du bist sowieso mein Top-Model“, erzählt sie fröhlich.

Sich modisch zu kleiden, liegt ihr im Blut: Ihr Vater arbeitete als Fahrer für eine Tuchfabrik und brachte ihr Stoffproben mit. Als 15-Jährige nähte sie ihre ersten Sachen. Auch beruflich hat sie ein Händchen für die schönen Dinge – sie arbeitete als Schaufenster-Gestalterin bei Karstadt, damals noch an der Christianstraße. Sie lernte ihren Mann kennen, bekam zwei Söhne. Als Mutter nähte sie Lodenmäntel und Konfirmationsanzüge für die Söhne und so manches schöne Stück auch für sich selbst. Warum sollte eine Frau sich modisch kleiden? „Es ist wichtig, sich schick zu kleiden – das ist zum einen gut fürs eigene Selbstbewusstsein. Zum anderen finde ich, man sollte immer attraktiv bleiben für den eigenen Mann. Wir sind immerhin 42 Jahre verheiratet – und das sehr glücklich“, sagt sie.

Dabei macht sie nicht jeden Trend mit: „Ich kaufe nicht immer das Neueste und den letzten Schrei, kombiniere aber gerne das Vorhandene mit einem neuen Teil. Wichtig ist, dass ich mich darin wohl fühle.“

Von sportlicher Mode über Landhaus-Stil bis zu eleganten Kostümen reicht ihre Mode. Sie achtet auf ihre Figur, zählt aber keine Kalorien: „Ich esse gerne Kuchen, aber ich setze auch nicht an.“ Fit hält sie sich, indem sie Nordic Walking macht und viel Fahrrad fährt – auch zur Arbeit bei Wind und Wetter. Neumünsteraner kennen sie als „Mädchen für alles“ bei Paper Point am Kleinflecken – sie verkauft, dekoriert oder kümmert sich um Nachschub.

Beim Top-Model-Wettbewerb macht sie mit, um zu zeigen, dass auch Frauen über 60 sich sehen lassen können: „Das hat mich gereizt. Ich wollte sehen, wie weit ich in meinem Alter komme. Man steht zu seinen Fältchen und grauen Haaren.“ Ihr Credo hat mit ihrem Glauben zu tun, der sie stärkt und ihr auch in einstigen gesundheitlich schlechten Zeiten Kraft gegeben hat: „Jedes Jahr mehr, das ich älter werde, betrachte ich als ein Geschenk Gottes.“ Daher engagiert sich die gebürtige Falderanerin, die ihrem Stadtteil bis auf zwei Jahre treu blieb, ehrenamtlich im Seniorenkreis der Wichernkirche, macht seit über 20 Jahren die Deko des Schaukastens und des Wichern-Cafés.

Ganz wichtig ist ihr die Familie, deren zentraler Punkt sie ist und die sie emsig und liebevoll organisiert; auf Trab halten sie ihre drei Enkel im Alter von zwei bis acht Jahren. „Meine Söhne sind stolz auf mich, dass ich da teilnehme.“ Selbst wenn sie nicht weiter käme, hat sie aus ihrer Sicht schon viel erreicht: „Das ist eine schöne Erfahrung gewesen und hat so viel Spaß gemacht.“

Wer wird das Top-Model? Jetzt sind die Leser gefragt. Jeder kann mitmachen und darüber abstimmen, wer zu den zehn weiblichen und drei männlichen Top Models 2015 gehören soll. Per Postkarte: Schreiben Sie an: Top Model Contest 2015, Husumer Nachrichten, z. Hd. Verena Zietz, Markt 23, 25813 Husum; Online: Unter www.shz.de/models finden Sie Kurzporträts und die Möglichkeit zur Abstimmung.

Die Leser-Wahl endet am Sonntag, 5. April, um 24 Uhr (online). Karten, die bis Montag, 6. April, eingehen, werden noch berücksichtigt. Die Gewinner werden im Schleswig-Holstein Journal am Sonnabend, 11. April, bekannt gegeben. Wählen Sie zehn Damen aus und nennen Sie diese in der Reihenfolge Ihrer Wertung; ebenso drei Männer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen