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Hinter den Kulissen : Sie lotsen die Linienbusse durch alle Engpässe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Von der Verkehrszentrale an der Rendsburger Straße aus werden die 34 Fahrzeuge der Stadtwerke koordiniert. Baustellen beeinträchtigten den Betrieb in den vergangenen Wochen sehr.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2015 | 17:14 Uhr

Neumünster | Die Arbeit ist für Petra Brandt jeden Morgen spannend. Wenn sie um 7.20 Uhr ihre Schicht in der Verkehrszentrale der Stadtwerke an der Rendsburger Straße übernimmt, sind die ersten Kollegen schon fast drei Stunden im Einsatz. Und die ersten der 34 Busse stecken bereits im Stau.

Besonders die vielen Baustellen im Stadtgebiet in den vergangenen Monaten machten den rund 70 Fahrern zu schaffen. Einige Wochen lang hatten fast alle Linien Verspätung. Immer wieder heftete Fahrdienstleiter Matthias Brandt neue Zettel mit Umleitungsstrecken an die Pinnwand. Dann heißt es umplanen und neu strukturieren. „Schon bei acht Minuten Verspätung werden wir aktiv und fordern in der Regel einen zusätzlichen Bus als Verstärker an“, sagt Petra Brandt. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen müssen nachfolgende Verzögerungen im Betriebsablauf verhindert werden, zum anderen dürfen die Fahrer ihre Lenkzeiten nicht überschreiten. Spätestens nach viereinhalb Stunden sind 30 Minuten Pause Pflicht. Auch darauf achtet Petra Brandt. Und sie muss die Kollegen im Verstärker dann so geschickt lenken, dass nicht auch sie noch in den Stau geraten.

Ihre Informationen bekommt die Leitstellen-Mitarbeiterin über Funk. Ein elektronisches System wie in Hamburg, das den Standort und die Verspätung am Computer anzeigt, ist zwar geplant, noch gibt es dieses aber nicht. Deshalb stehen Telefon und Funkgerät meist nicht still. Auch die Schüler- und Flüchtlingsbeförderung, Shuttle-Dienste oder bei Bedarf Schienen-Ersatzverkehr müssen koordiniert, Dienstpläne abgesprochen werden. Ist ein Bus kaputt oder muss zum Tüv, informiert Petra Brandt die hauseigene Werkstatt.

Zuständig ist die Verkehrszentrale auch für Anfragen von Fahrgästen, etwa bei Fundsachen. „Gerade zum Winter können wir hier mit Mützen, Schals und Handschuhen eine Boutique eröffnet“, sagt Fahrdienstleiter Matthias Schmidt schmunzelnd. Während vergessene Handys, Portmonees und Kinderwagen meist schnell wieder von den Besitzern abgeholt werden, bleiben Klamotten oft liegen.

Übrigens: Wenn alle Stricke reißen, setzen sich Petra Brandt und Matthias Schmidt auch schon mal selbst ans Steuer. Dann wird die Tür zur Zentrale abgeschlossen und der Kontakt ausschließlich über Funk geführt. „Das ist aber bisher selten vorgekommen“, sagt Petra Brandt.

 

 

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